VN Mi, 17.4.2002

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Licht-Architekturen

Martin Kaar in der Galerie "allerArt" in Bludenz

Bludenz (VN-ag) Mit leichtem Gepäck ist Martin Kaar in Bludenz angereist. Eine Rolle Papier, ein paar Lichtröhren - that's it. Die Licht-Architektur, die er aus dem unprätentiösen Material mit wenigen Eingriffen "zaubert", beweist einmal mehr die Wandelbarkeit des "allerArt"-Ausstellungsraumes.

Und es gibt ihn doch nicht, den idealen Blickpunkt. Zumindest ist man geneigt, diese Erkenntnis aus der aktuellen Ausstellung in der Bludenzer Galerie allerArt mitzunehmen, wo Martin Kaar eine "Lichtecke" und eine "Lichtwand" baut. Das Bauen und die Auseinandersetzung mit Raum kommen bei dem 1974 in Linz geborenen, an der Akademie für Angewandte Kunst in Wien studierenden Martin Kaar nicht von ungefähr, findet sich in der Biografie des Künstlers doch der Verweis auf ein begonnenes Architekturstudium.

Getrickst

Was seine lichtkünstlerischen Interventionen und die Auseinandersetzung mit Künstlern wie Dan Flavin oder James Turrell anbelangt, legt Martin Kaar die Karten offen auf den Tisch.

So sind die UV-Röhren, die das Schwarzlicht beisteuern, auch formal-ästhetisch ein Bestandteil der Gesamtinstallation. Einzig mit der Wahrnehmung und dem voraussehbaren Gebaren des Betrachters, das Gesehene im Kopf zu bekannten Bildern zusammenzufügen, "trickst" der Künstler - besonders in der Installation "Lichtecke". Keine Projektion, sondern ein genau berechnetes, geometrisch-statisches, planes Gefüge aus geklebtem Papier wird im Zusammenspiel mit dem Licht als Raumkörper wahrgenommen, der sich erst aus der Bewegung des Betrachters im Raum konstituiert.

Optische Täuschung

Dem Idealfall zum Trotz existieren eine Vielzahl anderer gültiger, vielleicht sogar interessanterer Blickpunkte, die die Suche im Raum zu einer Wanderung durch mögliche Landschaften und Szenarien werden lassen.

Von einer ähnlich raffinierten Form der optischen Täuschung lebt auch der zweite Eingriff Kaars, eine immaterielle "Lichtwand", deren hell gleißende Streifen sich über drei Raumebenen erstrecken und den dunklen Raum dazwischen in Schwingung zu versetzen scheinen. Die schwebende Lichtarchitektur spielt mit der Wahrnehmung, verleiht dem Raum neue Gestalt und dem Betrachter ein neues, an die Erscheinung des Lichts gebundenes Erleben eines bekannten Raumes.

Aktuelle Arbeit von Martin Kaar.

(Foto: A. Grabher)




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