50. Biennale Venedig: Eine Ausstellung von Ausstellungen
"Träume und Konflikte"
Eine "Ausstellung von Ausstellungen" solle die 50. Biennale
in Venedig werden, sagte Direktor Francesco Bonami auf der gestrigen
Presse-Präsentation im Semper-Depot. Unter dem Motto "Träume und Konflikte
- Von der Diktatur des Zuschauers" findet man auf dem Ausstellungsgelände
und in der Stadt Arbeiten internationaler Künstler, von mehreren
eingeladenen Kuratoren betreut. "Kunst heute ist so vielfältig, dass ich
nicht meinen persönlichen Blickwinkel als maßgeblich voraussetzen kann",
so Bonami. Die Biennale findet vom 14. Juni bis 2. November statt.
Insgesamt wird es elf Ausstellungen geben, wovon Bonami selbst zwei
kuratiert. "Diese Biennale soll als Dialog zwischen Künstlern
funktionieren, und dem Zuschauer wollen wir sein Recht auf
Selbstbestimmung seiner Wahrnehmung wieder geben", erläuterte Bonami sein
Konzept. Jeder Betrachter habe eine eigene Vorgeschichte mit
Zeitgenössischer Kunst und solle daher autonom auf dieser aufbauen können.
Mit der letzten Biennale, die von Harald Szeemann unter dem Titel "Plateau
der Menschheit" geleitet worden war, sei auch "das Ende des Zeitalters der
großen monothematischen Ausstellungen" eingeläutet worden. "Heute kann
ein Kurator allein nicht mehr den Anspruch auf eine globale Ausstellung
erheben", weshalb Bonami elf weitere Experten zur Mitarbeit, etwa
Catherine David oder Daniel Birnbaum, einlud. In den "Giardini della
Biennale" gibt es die Schauen "Delays and Revolutions" und "The Zone". Im
"Arsenale" werden acht Projekte gezeigt. Im "Museo Correr" präsentiert
Bonami "Painting: Von Rauschenberg zu Murakami, 1964-2002". Dabei sind
über 40 Werke führender Künstler zu sehen, die bereits an früheren
Biennalen teilgenommen haben, wie Lucio Fontana, Roy Lichtenstein, Anselm
Kiefer oder Francis Bacon. Einzige Österreicherin dabei ist Maria Lassnig.
Die so genannten "Interludes" sind laut Pressetext "mentale
Zwischenspiele" in der Stadt und im Freien. Zwölf Ereignisse wie
Installationen oder Interventionen sollen sich dabei abspielen, durch
welche die gesamte Ausstellung einen besonderen Rhythmus annehmen soll.
Zur weiteren Bereicherung wurden zusätzliche Projekte geplant, wie das
einer Gruppe aus der Accademia di Belle Arte. Für den
Österreich-Pavillon wählte Kommissär Kasper König zwei Skulpturen des
Bildhauers Bruno Gironcoli aus.
Erschienen am: 02.04.2003 |
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