| Salzburger Nachrichten am 1. Oktober 2004 - Bereich: kultur
Ausgehen ins Museum So richtig Herumbummeln
im Museum kann man am besten bei der "Langen Nacht der Museen". Am 9.
Oktober ist es in Österreich wieder so weit.
WIEN (SN-mo). Die "Lange Nacht der Museen" wirft ihre Schatten voraus.
Am Mittwochnachmittag präsentierte der ORF, der Hauptveranstalter der
Aktion in Wien, welche Museen wo mit dabei sein werden und welche
Besonderheiten - unerwartet bis kurios - sich in Österreichs wahrhaft
weitläufiger Museumslandschaft finden lassen. Am 9. Oktober, Samstag in
einer Woche, ist es dann so weit: 438 Museen im ganzen Land und im
Liechtensteinischen Vaduz öffnen ab 18 Uhr ihre Pforten. Bis tief in die
Nacht - mindestens bis ein Uhr - erwarten sie ihre Besucher. Manche, wie etwa das "Rauchfangkehrer Museum" in Wien (Klagbaumgasse 4,
1040 Wien) haben schon im regulären Programm Kurioses zu bieten. Oder sie
treten am unerwarteten Ort mit unerhörtem Programm auf: Im
Freysauff-Keller im K.u.K.-Restaurant am Waagplatz in Salzburg präsentiert
das "Zentrum für außergewöhnliche Museen" in München zum ersten Mal in
Österreich das erste "Nachttopf und Bourdalou-Museum" der Welt mit
Exponaten aus drei Jahrhunderten. Etablierte Institutionen wie das Kunsthistorische Museum in Wien, das
Salzburger Museum Carolino Augusteum oder das Ars Electronica Center in
Linz bieten zu später Stunde Führungen an und warten mit
Sonderveranstaltungen wie Konzerten oder Vorträgen auf. Der Erfolg gibt der im Juni 2000 begonnenen Initiative recht: Nahmen
beim ersten Mal 100 Museen teil und zogen 50.000 Besucher an, so waren es
2003 370 Institutionen, mit 220.000 Besuchern. Die Besucher der "Langen
Nacht" schätzen es, ohne Druck früher Schließungszeiten durch die
Ausstellungen zu schlendern und das Museum als Erlebnisraum genießen zu
können. Die stetig steigende Zahl der beteiligten Museen zeigt, wie viele es
davon in Österreich gibt. Und lange sind es nicht alle:
ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik sagte, etwa ein Viertel aller in
Österreich vorhandenen Museen sei dabei. Die Landeshauptstädte bieten einen Shuttle-Bus-Service zwischen den
Häusern. Ein Ticket für alle Museen mit Bus kostet zwölf Euro, ein
Regionalticket ohne Bus fünf Euro. Information zu den Programmen gibt es
in den Programmheften (für jedes Bundesland und für Wien). Sie sind in
allen Landeshauptstädten am "Treffpunkt" Museum zu haben. Dort starten
auch die Shuttle-Busse.Alle Informationen für die Planung einer
abwechslungsreichen Museumsnacht im Internet unter http://events.ORF.at.
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