
Basbaums Arbeit besteht aus zehn gleichen Werken, die an eine blauweiße Wanne mit einem umtunnelten Loch in der Mitte erinnern. Sie sollen für jeweils einige Wochen zu unterschiedlichen Personen gehen, die die Objekte benutzen, verändern und bearbeiten können. Dabei geht jeweils ein Exponat nach Laibach, Liverpool, Wien und eines nach Afrika. Sechs bleiben in Kassel. Noch einmal zehn der Objekte werden in Brasilien gebaut und in Lateinamerika zur Verfügung gestellt. Eine Dokumentation über die Entwicklung dieser 20 Arbeiten wird auf der im Juni 2007 beginnenden documenta gezeigt.
"Beziehung des Künstlers zum Publikum umkehren"
"Ich will die Beziehung des Künstlers zum Publikum umkehren, um etwas von den Menschen zu erfahren. Jetzt ist das Publikum der Sender und der Künstler der Empfänger", erläuterte Basbaum seine Idee. "Wenn man ein Buch gelesen hat, ist man hinterher ein anderer Mensch als vorher. So möchte auch ich die Menschen ein bisschen verändern", sagte der 45-Jährige, der in Rio de Janeiro arbeitet.
Der künstlerische Leiter der documenta, Roger M. Buergel, bezeichnete Basbaums Arbeit als "eine leere Kuchenform oder eine Badewanne mit einem Loch drin. Es ist eine Zumutung, die nirgendwo hinpasst. Aber das ist die Herausforderung." Mit Basbaums Arbeit zeige die documenta erneut, dass sie Weltkunstausstellung sein wolle. "Wir verlassen uns nicht auf etablierte Achsen wie Amerika und Europa, sondern zeigen Kunst, die uns peripher erscheint."
Nach Angaben der documenta kann sich jeder im Internet bewerben, eines der Objekte Basbaums für einige Wochen in seinen Besitz zu nehmen. Dafür stehe die Internetseite des Projekts zur Verfügung.
Die documenta findet seit 1955 alle vier, mittlerweile alle fünf Jahre in Kassel statt. Während der Dauer von 100 Tagen werden mehrere hundert Kunstobjekte im Stadtgebiet gezeigt. Die letzte Schau im Jahr 2002 sahen 650.000 Menschen. (APA/dpa)