
"Geplant war ein aufwendiger Umbau, und das vor dem Hintergrund, dass nicht klar war, wohin sich das Musical entwickeln wird", kritisierte Stefan. Laut FPÖ sind die für die Sanierung budgetierten 46,8 Mio. Euro viel Geld für eine ohnehin "hoch subventionierte Kunstgattung". Noch gebe es kein klares Konzept, was tatsächlich im Ronacher gespielt werden soll. "Zumindest uns ist kein solches bekannt", so Stefan.
Außerdem sei inzwischen klar, dass die geplanten Baukosten fast 50 Mio. Euro betragen, berichtete der FP-Politiker. Laut Stefan hat sich ein Fehlbetrag von rund 1,6 Mio. Euro ergeben - und das, obwohl etwa das geplante aufklappbare Dach nicht errichtet wird. Es gebe auch den Verdacht, dass Kosten ausgelagert worden seien. Es sei möglich, dass Budgetmittel aus anderen Bereichen, wie etwa dem "Wohnbautopf", verwendet wurden.
"Hinzu kommt, dass die Bauzeit überschritten wurde", kritisierte Stefan. Ursprünglich sei die Eröffnung schon 2007 geplant gewesen. Nun solle diese erst im kommenden Juni erfolgen. (APA)
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Reaktionen: SPÖ sieht Prüfung gelassen entgegen
Woller: Funktionssanierung sowohl zweckmäßig als auch wirtschaftlich
Wien - Die Wiener SPÖ sieht der von der Wiener FPÖ beantragten Kontrollamtsprüfung zum Ronacher-Umbau gelassen entgegen. Das versicherte deren Kultursprecher Ernst Woller am Montag in einer Aussendung. Alles laufe nach Plan. Und Woller versicherte: "Die Funktionssanierung des Ronacher ist sowohl zweckmäßig als auch wirtschaftlich."
Wien habe immer zwei Musicalbühnen zur Verfügung gehabt und werde dies auch in Zukunft haben, betonte der SP-Politiker: "Beim Ronacher war es notwendig, dass das Haus durch Sanierung auf den zeitgemäßen technischen Stand eines Musiktheaters gebracht wird." Die Verzögerung der Bauarbeiten von neun Monaten habe sich durch Anrainer-Einsprüche ergeben. Diese seien ordnungsgemäß abgehandelt worden.
Ab 30. Juni des Jahres werde ein neues, technisch höchst funktionelles und zeitgemäßes Haus zur Verfügung stehen, so Woller. Die Kosten seien völlig im Plan, die von der FPÖ kolportierten Zahlen nicht nachvollziehbar. Auch die Aufgabe des Ronachers sei klar. Es sei für "innovatives neues Musiktheater" mit kürzer laufenden Produktionen gedacht.
Zustimmung zur Kontrollamtsprüfung kam vom Wiener ÖVP-Kultursprecher Franz Ferdinand Wolf. Dass eine Kontrolle des teuren Umbaus des Ronacher-Theaters dringend notwendig sei, sei "evident", so Wolf in einer Aussendung. Die ÖVP, so berichtete er, habe bereits im Dezember vergangenen Jahres die Überprüfung des Ronacher-Umbaus und der Vereinigten Bühnen Wiens durch das Kontrollamt verlangt. Geprüft werden demnach die "horrenden Subventionen der Wiener Musiktheater". Der Umbau des Ronacher sei dabei nur ein Aspekt. (APA)