

Graz - Nach einem knapp einstündigen Gespräch zwischen dem Intendanten des Universalmuseums Joanneum, Peter Pakesch, dem bisherigen Chefkurator der Neuen Galerie Graz, Peter Weibel, Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) und dem Direktor des Joanneums, Wolfgang Muchitsch, wurde am späten Montagnachmittag eine Art Waffenstillstand ausgerufen.
Weibel hatte - wie berichtet - letzte Woche Pakesch, der im Zuge einer Umstrukturierung des Joanneums Christa Steinle als Leiterin der Neuen Galerie absetzte, einen "autokratischen Führungsstil" vorgeworfen. Pakesch konterte, Weibel schade dem Joanneum mit seinen Vorwürfen, und kündigte dessen Vertrag. Der Konflikt hatte am Wochenende an Brisanz gewonnen: Nachdem Kulturlandesrat Buchmann Weibels Vertragsaufkündigung als "Entscheidung der Geschäftsführung" hinnahm, herrschte nicht nur in der Kunstwelt Empörung. ÖVP-intern soll man dem Vernehmen nach schon über die Ablöse Buchmanns nachdenken: ÖVP-Geschäftsführer Bernhard Rinner und Klubchef Christopher Drexler, beide kunstaffin, sollen dabei als potentielle Buchmann-Nachfolger gehandelt werden.
Nach dem Gespräch am Montag lächelten sich die Kontrahenten Weibel und Pakesch sogar zu. Weibel nannte sich selbst "intendantenfreundlich" : Er werde nicht, wie angekündigt, auf Wiedereinstellung klagen. Er könne sich auch vorstellen, die für Herbst im neuen Joanneums-Viertel programmierten Ausstellungen zu kuratieren, aber nur mit Steinle gemeinsam. Weibel wörtlich: "Es geht nur mit ihr." Pakesch sagte, Weibel werde einige Behauptungen, die er letzte Woche machte, zurücknehmen. Weibel dazu: "Man wird sehen."
Steinle, deren Abberufung den Disput ausgelöst hat, musste am Freitag nach 20 Jahren den Schlüssel der Galerie abgeben. Ihr war die Leitung des Instituts für Kunst im Öffentlichen Raum angeboten worden, was sie, ein Jahr vor dem Ruhestand, ausschlug. Ob sie nun bereit ist, die Schau Moderne: Selbstmord der Kunst? zu kuratieren, will man in einem Gespräch heute, Dienstag, klären. (Colette M. Schmidt/DER STANDARD, Printausgabe, 5. 4. 2011)
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Kulturpolitik - von jeher
Kultur
ist Sache der Länder, die Republik fördert Kunst dennoch. Zudem
finanziert sie die Bundesmuseen wie die Bundestheater. Und diese liegen
in Wien. Die Hauptstadt ist daher bevorzugt. Es drohen aber
Imageverluste.
Der
seit einem Jahrzehnt amtierende Wiener Kulturstadtrat verteidigt die
Subvention von Musicals - und den Umstand, als Bundeshauptstadt
kulturelle Hochburg zu sein

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