

Bregenz - Das Kunsthaus Bregenz (KUB) verbindet seine Ausstellung zu Ai Weiwei ab 16. Juli 2011 mit Solidaritätsaktionen für den inhaftierten chinesischen Künstler. So wird etwa die Videoarbeit Ai Weiweis zum Abriss seines neu eröffneten Ateliers in Shanghai gezeigt, zudem werden befreundete Künstler die KUB-Billboards entlang der Bregenzer Seestraße unter dem Titel "Solidarität" gestalten. "Uns erscheint die Präsentation des Werks von Ai Weiwei heute nötiger denn je", hieß es aus dem Kunsthaus. Das Schaffen des Künstlers und seine Unrechtbehandlung müsse im Blick der Öffentlichkeit gehalten werden.
Die langgeplante Ausstellung "Art / Architecture" zu Ai Weiweis Architekturkooperationen werde wie vorgesehen ab dem 16. Juli 2011 im Kunsthaus Bregenz zu sehen sein (bis 16. Oktober). Ihr komme angesichts der aktuellen Situation eine besondere Bedeutung zu, so wird etwa eine Videoarbeit des Künstlers über die offensichtlich als Repressalie gedachte Zerstörung seines kurz zuvor eröffneten Ateliers in Shanghai zu sehen sein. Ebenfalls gezeigt werden seine bekannten Videos, in denen er die Ringautobahnen von Peking filmt.
Im Mai hätte Ai Weiwei zu den Ausstellungsvorbereitungen nach Bregenz kommen sollen, auch zur Eröffnung hatte man ihn erwartet. "Sollte Ai Weiwei bis zur Eröffnung im Juli 2011 nicht frei sein, wird das Kunsthaus Bregenz die große Popularität der Ausstellung nutzen, um sich für den Künstler einzusetzen", kündigte das KUB an. Die KUB-Billboards an der Seestraße in Bregenz werden als Protestplattform genutzt. Unter dem Titel "Solidarität" stellen sich Olafur Eliasson, Jenny Holzer, Barbara Kruger, Rirkrit Tiravanija, Luc Tuymans und Franz West hinter den chinesischen Künstler. Weitere Aktionen seien in Planung, erklärte Pressesprecherin Birgit Albers.
Eine der Protestaktionen verlief bereits sehr erfolgreich: Das Kunsthaus ließ vor dem Eingang der Länderpavillons bei der Biennale in Venedig 5.000 rote Taschen mit der Aufschrift "Free Ai Weiwei" verteilen. Die Verteiler baten dabei um Unterstützung für die Freilassungs-Petition, die auf der Website des Kunsthauses verlinkt ist. Die bald vergriffenen Taschen waren daraufhin als Blickfang fast überall zu sehen. "Wir hätten das Doppelte oder Dreifache an Taschen verteilen können. Die Leute haben explizit danach gefragt. Eventuell werden wir sie für die Bregenz-Ausstellung wieder auflegen", so Albers. Die Biennale-Aktion sei sehr kurzfristig realisiert worden, Schwierigkeiten bereiteten etwa Logistik und Genehmigungen. "Wir sind froh, dass wir das durchgebracht haben", hieß es. (APA)
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