
Di,
2.4.2002
 Politik
 Lokal
 Sport
 Markt
 Kultur
 Welt
 Chronik
 Notdienste
 Wohin
 Leserbriefe
 TV
 VN-Heimat
 Anzeigen
|
|
|
|
KOMMENTAR
Wacker
endlich adäquat präsentieren
VON CHRISTA DIETRICH
Puppen, ein Kasperl und Alltagsgegenstände haben im
Werk Rudolf Wackers eine besondere Bedeutung. Er thematisiert damit
in kritischer Haltung die gesellschaftspolitischen Gegebenheiten im
konservativen Vorarlberg zur Zeit des Austrofaschismus bzw. des
aufkeimenden Nationalsozialismus. Wacker war auch ein sehr guter
Landschaftsmaler. Eine Ausstellung im privaten Kunsthaus Rohner in
Lauterach zeigt das nun in besonderer Weise auf.
Das Werk eines der bedeutendsten österreichischen Künstler der
Zwischenkriegszeit ist inzwischen zwar recht gut aufgearbeitet, für
das Publikum zugänglich ist es allerdings nicht in ausreichender
Form. Ein Grund liegt freilich darin, dass das Kunsthaus Bregenz nun
ein anderes Konzept hat, als das ursprüngliche, das vorsah, das Werk
von Wacker, Kalb und Bechtold sozusagen als Basisaufgabe zu
beherbergen. Es mag eine richtige Entscheidung gewesen sein, den
gläsernen Zumthor-Bau am Seeufer als Kunsthalle zu verwenden und
nicht als Museum, die Präsentation von Arbeiten herausragender
Künstlerpersönlichkeiten des Landes steht damit allerdings noch aus.
Anderswo übernehmen Landesmuseen diese Aufgabe. In
Vorarlberg konnte zwar vor einiger Zeit erwirkt werden, dass das
Landesmuseum einen eigenen Krcal-Raum in der Schausammlung
einrichtet, die bildende Kunst fristet dort aber seit Jahrzehnten
ein Schattendasein. Eine Peinlichkeit.
Dass das Museum mehr Raum braucht, ist bekannt. Es gibt einige
Erweiterungspläne, wobei ein erster Schritt bereits ab Herbst
umgesetzt wird. Das Museum bzw. die Schausammlung gehört aber auch
nach einem überlegten Konzept neu geordnet. Und zwar nicht
irgendwann, sondern bald.
Für den Sommer ist eine Sonderausstellung mit
Arbeiten des erwähnten Albert Bechtold geplant. Damit sollte die
Diskussion über eine adäquate Präsentation Vorarlberger Künstler
endlich beginnen.
|
|
|