VN Do, 14.11.2002

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Kultur 

Neues erfinden, sich selbst treu sein

Arbeiten von Tone Fink bei der Firma Zehnacker in Lustenau: ein Überblick

Lustenau (VN-ag) Der Name der Firma (jetzt Zehnacker, vormals G+M) ist neu, geblieben sind der Standort und die Ausstellungstätigkeit in Zusammenarbeit mit der Dornbirner Galerie c.art. Unter dem Patronat der c.art stellt derzeit der bekannte Vorarlberger Künstler Tone Fink in den Zehnacker- Firmenräumen aus.

Einen "Überblick" verkündet die Schau in Lustenau. Einen Überblick über das Fink'sche Pandämonium? Angesichts der Vielgestaltigkeit eines Werkes, in dem Themen entwickelt, wieder aufgenommen, transferiert werden, wo alles mit jedem irgendwie vernetzt ist und man jedes Mal neue Eindrücke gewinnt, ist allerhöchstens ein Einblick möglich.

In Lustenau bemüht man sich redlich diesen zu liefern. Rund vierzig Arbeiten demonstrieren einen Werkausschnitt, der beginnend mit den frühen Zeichnungen und Mischtechniken Ende der 70er Jahre, über die Arbeiten mit Quarzsand, bis hin zu den neuesten malerisch-skulpturalen Vorstößen des Künstlers aus der Leinwand und den Skulpturen reicht. Zwar waren etliche der gezeigten Blätter und Arbeiten zuletzt schon bei der großen Retrospektive im Künstlerhaus vor zwei Jahren zu sehen, aber Tone Fink lässt sich auch einmal mehr entdecken.

Es ist diese besondere Fähigkeit des Künstlers, sich in seinen Grenzgängen zwischen Zeichnung, Malerei und Skulptur ständig neu zu erfinden und sich dabei doch treu zu bleiben.

Grenzgänge

Unverkennbar die Formensprache, wenn Farbe zum körperhaft dreidimensionalen Material wird, der Betrachter sich im quirlig-erzählenden Strich der Zeichnungen verliert, oder die aus dem "Urbrei" Papiermaché geformten Skulpturen die Beziehung von Kunst und Leben erneut durcheinander wirbeln.

Gerade in der nüchternen Atmosphäre der Firmenräumlichkeiten, kommentieren die Arbeiten von Tone Fink diese verworrene Beziehung augenzwinkernd und todernst. Allen voran ein grasgrünes Schaukelpferd, das als "Schwungobjekt" durch den Gang galoppiert.

Die Kunst-Leben-Beziehung augenzwinkernd kommentiert: Arbeiten von Tone Fink.

Betriebsgebäude der Firma Zehnacker, Dornbirner Strasse, in Lustenau. Dauer: Bis Jänner 2003, geöffnet während der Geschäftszeiten.




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