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3 Fragen an ... Georg Spatt
3 Fragen an ... Ulli Jelinek
Warum Menschen Radio hören
Verkehr ist wichtiger als Humor und Sport
Stücke am Radiokuchen werden kleiner, aber nicht besser
Das höhnende "Medien-Albanien" war gestern. Acht Jahre nach der bundesweiten Zulassung von Privatradios hat sich die österreichische Funklandschaft geformt: eine weite Ebene des Formats, von kleinen Erhebungen durchsetzt.

"Je mehr Kinder vom Geburtstagskuchen naschen, desto schmäler werden die einzelnen Stücke", sagt Georg Spatt zur aktuellen Verteilung der Quoten. Er ist Chef von Ö3, jenes Senders, der einst Jazz, französische Chansons, wortreiche Features, musikalische Perlen und Hitparade unter einen Hut brachte.

Die Buntheit wich dem Format oder der Fläche, als die privaten Radios an die geschützte Werkstätte klopften. "Das ,Flächenradio' - schon der Begriff sagt alles - als Abwehrstrategie gegen die kommerzielle Konkurrenz im Regional- und Lokalbereich ,erfunden', zeigt mit seiner beängstigenden Banalität, mit seinem bewussten Verzicht auf jedes intellektuelle Wort, mit seinem öden Musikbrei und seiner provokanten ,schulterklopfenden' Anbiederung an seine Hörer(innen), mit welchem Zynismus Radio heute (auch) gemacht wird", schreibt Manfred Jochum in seinem Buch "Bis uns Hören und Sehen vergehen" (2003, Verlag Kremayr & Scheriau). Jochum muss es wissen. Er war bis 2002 Hörfunkintendant des ORF.

Die Evolution zur Masse erlaubt Gedeihliches in Nischen. Freunde des Wortes abseits der oberflächlichen Moderation finden Zuflucht bei Ö1. Als Alternative hat sich FM4 etabliert, wobei musikalische Liebkinder vergangener Jahre mittlerweile auch schon den Satz "Passt nicht ins Format!" zu hören bekommen.

Im Feld der Privaten schauen die kleinen Lokalen recht welk aus. Unter den großen Regionalen ragt Life Radio in Oberösterreich als stabile Größe hervor.

Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR): "Gemessen an den Möglichkeiten, die den Regional- und Lokalradios in Bezug auf Frequenz und Versorgung zur Verfügung stehen, haben sie sich ein beachtliches Niveau erkämpft." Sicherlich gäbe es unter mehr als 60 Privaten schlechtere und bessere - in Summe seien die Angebote aber qualitativ gestiegen. Den Erfolg von Life Radio bezeichnet er im Vergleich mit anderen Bundesländern als Sensation.

"Das Angebot wird noch wesentlich vielfältiger werden. Ursprünglich versuchte jeder Ö3 anzugreifen, jetzt entwickeln sich verschiedenartige Programme. Ein richtiges Informationsradio im amerikanischen Sinn hat aber derzeit in Österreich keine Zukunft, dazu ist der Markt auch zu klein."

OÖnachrichten vom 04.08.2006
 
   



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