Entweder machen sie es so heimlich und bescheiden, dass man es nicht mitbekommt – oder gar nicht. Schenken. Galeristen. Eher sind es in Österreich noch Privatsammler wie zuletzt Dieter Bogner, der dem Mumok seine Sammlung übergab – „ohne Wenn und Aber“. Ansonsten macht sich hierzulande aber vor allem der Umstand bemerkbar, dass man derlei Schenkungen nicht wie in den USA von der Steuer abschreiben kann.
Umso schöner also die Geste, die Österreichs international erfolgreichster Galerist, der in Salzburg und Paris residierende Thaddaeus Ropac, jetzt dem Belvedere erweist. Heute, Donnerstagabend, kann Direktorin Agnes Husslein in der Orangerie seine „überaus großzügige“ Schenkung präsentieren, ohne Bedingungen – und ohne die Summe zu verraten. Nur zum Vergleich: Ein großformatiges Folienbild Gerwald Rockenschaubs kostet rund 40.000€. Zwei davon sind in der Schenkung vorhanden. Weitere Werke kommen von Hubert Scheibl, Erwin Wurm, Walter Obholzer und Julius Deutschbauer. Die Belvedere-Kuratorin für Zeitgenössisches, Eva Maria Stadler, konnte sich die insgesamt 17 Werke selbst aussuchen, sie stammen weder aus dem Lager der Galerie noch aus Ropacs Privatsammlung, sondern meist direkt aus den Ateliers.
Nur auf die Künstlerliste habe man sich im Vorfeld gemeinsam geeinigt, schließlich wollte Ropac schon eine „gewisse Nähe“ zu den Künstlern haben. Was im Klartext heißt, sie stammen aus seinem Galerieprogramm. Wer jetzt Böses ahnt, kann aber schnell als sehr österreichisch gelten – „hier wird man für Schenkungen ja eher kritisiert, aber ich bin auf alle Attacken vorbereitet“, so Ropac. Durch die neue Museumspräsenz etwa einen Anstieg der Preise zu vermuten sei lächerlich: Alle fünf Künstler seien bereits etabliert, nur in der Sammlung des Belvedere bisher nicht vertreten gewesen, erklärt Ropac – „Wir schließen somit eine Lücke“. Und dass Julius Deutschbauer sein Bruder ist, sei „sicher eine sensible Sache“, gesteht er ein – „aber Husslein wollte ihn unbedingt dabeihaben, hat ihn vorher auch schon mehrmals in Ausstellungen gezeigt“.
Weitere Schenkungen sind übrigens schon in Vorbereitung – ob an österreichische oder französische Institutionen will Ropac aber nicht verraten. Zuletzt übergab er u.a. der Albertina einen großformatigen Karton von Alex Katz und dem MAK drei Design-Skulpturen der Designerin Matali Crasset.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2008)
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