Rund 4000 österreichische Künstlerinnen und Künstler
bekommen Zuschüsse zur gesetzlichen Pensionsversicherung aus Mitteln des
im Jahr 2001 auf Initiative des Kunststaatssekretariats eingerichteten
Künstlersozialversicherungs-Fonds. Dieser wird aus dem Kunstbudget des
Bundeskanzleramts sowie aus Abgaben gespeist, die per Gesetz den
gewerblichen Betreibern von Kabelrundfunkanlagen sowie den Vermietern und
Verkäufern von Satellitenreceivern und -decodern vorgeschrieben wurden.
Das Jahresbudget des Fonds beträgt nun runde sieben
Mill. €. Nur rund 1,8 Mill. S (130.000 €) machten 2001 die
Personalkosten für die Verwaltung des Fonds aus.
Rund tausend Künstler bekommen schon aus dem neuen Topf
100 Prozent der ihnen von der Gewerblichen Selbständigen-Versicherung
vorgeschriebenen Pensionsbeiträge ersetzt. Das berichtet der
Fonds-Geschäftsführer, Franz-Leo Popp, im Gespräch mit der "Presse". Diese
Künstler bilanzieren nur einen Jahresgewinn zwischen 3556 Euro (48.915 S)
und 5814 Euro (80.000 S). 1600 weitere kommen in den Genuß von 50 bis 100
Prozent des Pflichtbeitrags, 1400 kassieren 30 bis 50 Prozent.
Über die Anträge entscheiden von den Künstlerverbänden
sowie den Urheberrechts-Verwertungsgesellschaften nominierte Künstler,
Funktionäre, auch Kunstfachleute im Range von Universitätsprofessoren. Für
die einzelnen Sparten wurden laut dem "KSVFG" einzelne "Kurien"
eingerichtet: für die bildenden Künstler (die bereits seit den fünfziger
Jahren über einen Sozialfonds Zuschüsse zu den Versicherungs-Beiträgen
bekamen), für die darstellenden Künstler, die Schriftsteller, die Musiker
sowie (unter dem Namen "Allgemeine Kurie") Film, Video und Multimedia.
Geleitet wird der Künstlersozialversicherungs-Fonds von
einem Kuratorium, in dem Bundesbeamte sowie Wirtschafts- und
Gewerkschaftsvertreter sitzen. Vorsitzender ist Ministerialrat Werner
Hartmann aus der Kunstsektion des Bundeskanzleramts.
Obwohl die repräsentativen Künstlervereinigungen in den
Kurien mit rund 80 Vertrauensleuten vertreten sind, manifestierten
einzelne Verbände - wie die IG Autoren und die Freie Theaterszene -
Unzufriedenheit. Die Vereine stützen sich auf Umfragen unter ihren
Mitgliedern, von denen freilich nie mehr als zehn Prozent die Fragebogen
ausgefüllt haben. hai
© Die Presse | Wien