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07.03.2002 - Kultur News
Sozialversicherungfonds für Künstler "greift": Zuschüsse für 4000
Pensionen ohne Beiträge für Österreichs Künstler, die einen Jahresgewinn unter 80.000 Schilling bilanzieren.


Rund 4000 österreichische Künstlerinnen und Künstler bekommen Zuschüsse zur gesetzlichen Pensionsversicherung aus Mitteln des im Jahr 2001 auf Initiative des Kunststaatssekretariats eingerichteten Künstlersozialversicherungs-Fonds. Dieser wird aus dem Kunstbudget des Bundeskanzleramts sowie aus Abgaben gespeist, die per Gesetz den gewerblichen Betreibern von Kabelrundfunkanlagen sowie den Vermietern und Verkäufern von Satellitenreceivern und -decodern vorgeschrieben wurden.

Das Jahresbudget des Fonds beträgt nun runde sieben Mill. €. Nur rund 1,8 Mill. S (130.000 €) machten 2001 die Personalkosten für die Verwaltung des Fonds aus.

Rund tausend Künstler bekommen schon aus dem neuen Topf 100 Prozent der ihnen von der Gewerblichen Selbständigen-Versicherung vorgeschriebenen Pensionsbeiträge ersetzt. Das berichtet der Fonds-Geschäftsführer, Franz-Leo Popp, im Gespräch mit der "Presse". Diese Künstler bilanzieren nur einen Jahresgewinn zwischen 3556 Euro (48.915 S) und 5814 Euro (80.000 S). 1600 weitere kommen in den Genuß von 50 bis 100 Prozent des Pflichtbeitrags, 1400 kassieren 30 bis 50 Prozent.

Über die Anträge entscheiden von den Künstlerverbänden sowie den Urheberrechts-Verwertungsgesellschaften nominierte Künstler, Funktionäre, auch Kunstfachleute im Range von Universitätsprofessoren. Für die einzelnen Sparten wurden laut dem "KSVFG" einzelne "Kurien" eingerichtet: für die bildenden Künstler (die bereits seit den fünfziger Jahren über einen Sozialfonds Zuschüsse zu den Versicherungs-Beiträgen bekamen), für die darstellenden Künstler, die Schriftsteller, die Musiker sowie (unter dem Namen "Allgemeine Kurie") Film, Video und Multimedia.

Geleitet wird der Künstlersozialversicherungs-Fonds von einem Kuratorium, in dem Bundesbeamte sowie Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertreter sitzen. Vorsitzender ist Ministerialrat Werner Hartmann aus der Kunstsektion des Bundeskanzleramts.

Obwohl die repräsentativen Künstlervereinigungen in den Kurien mit rund 80 Vertrauensleuten vertreten sind, manifestierten einzelne Verbände - wie die IG Autoren und die Freie Theaterszene - Unzufriedenheit. Die Vereine stützen sich auf Umfragen unter ihren Mitgliedern, von denen freilich nie mehr als zehn Prozent die Fragebogen ausgefüllt haben. hai



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