Im
Atelier im Wiener Augarten leisten acht KünstlerInnen
Trauerarbeit.
Themenausstellungen sind ein schwieriges
Terrain. Vor allem, wenn es sich nicht um Konkret-Gegenständliches
wie Shopping, Fernsehen oder Krieg dreht, sondern um den so diffusen
wie abstrakten Begriff der Trauer. Die beiden Ausgangspunkte und
Pole der von Thomas Trummer kuratierten Ausstellung im Wiener
Augarten-Atelier sind eine Kette aus Glühbirnen von Felix
González-Torres und der Film „I’m too sad to tell“ von Bas Jan Ader;
während Ersterer einen konzeptuellen Ansatz verfolgt, begibt sich
Ader in die kunsthistorische Tradition einer illustrativen
Pathosformel: Er stellt sich selbst weinend dar. Pointiert wird
daneben das Video von Nicole Six und Paul Petritsch präsentiert, in
dem Petritsch auf einem zugefrorenen See versucht, rund um sich das
Eis einzuhacken – ein repetitiver, zwanghaft erscheinender Vorgang,
dessen sprachlose Unentrinnbarkeit und Undurchschaubarkeit
charakteristisch sind für Symptome der Trauer.
Eine engere
Beziehung dazu hat das mit den Klageliedern eines serbischen
Gusle-Spielers untermalte Video von Zoran Naskovski, der
Found-Footage-Material von John F. Kennedys Tod und Begräbnis zu
einer narrativen Struktur montiert: Trauer als kollektive, in ihrer
ästhetischen Bearbeitung Grenzen überschreitende Emotion. Auf den
ersten Blick mag die Zusammenstellung der Schau etwas beliebig
wirken, bei näherer Betrachtung allerdings erweist sich der offene
und durchlässige Zugang als Möglichkeit, das Phänomen in seiner
Komplexität fassbar zu machen.