Umtriebig, schnell, vielseitig, tüchtig. Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle Wien, ist voll des Lobes über den 40-jährigen Schweizer Hans-Ulrich Obrist, mit dem Matt u. a. die Matthew-Barney-Ausstellung in der Kunsthalle gemacht hat. Die „Vorarlberger Nachrichten“ berichten, dass Obrist Nachfolger von Eckhard Schneider am seit Herbst 2008 verwaisten Kunsthaus Bregenz (KUB) wird.
Schneider übernimmt das Pinchuk Art Centre in Kiew. Insgesamt haben sich 47 Personen aus dem In-und Ausland um die KUB-Leitung beworben. Obrist studierte Ökonomie und Politik, wandte sich dann der zeitgenössischen Kunst zu und punktete mit ungewöhnlichen Ausstellungen an Orten, die als Kunstplätze nicht etabliert waren. So organisierte er Ausstellungen im Nietzsche-Haus in Sils Maria oder im Museum für Stadtentwässerung in Zürich. Außerdem wirkte er als Kurator am Musée d'art moderne de la Ville de Paris, in den Hamburger Deichtorhallen oder im New Yorker P. S. 1. Für den früheren KUB-Direktor Edelbert Köb, nun Chef des Museums moderner Kunst in Wien, gestaltete Obrist in den Neunzigerjahren ein Video-Ausstellungsprojekt. Obrist schrieb Bücher, u. a. über Gerhard Richter, und ist Kodirektor der Serpentine Gallery in London. Der in Kunstmagazinen als „Superhirn“ Gefeierte gibt sich bescheiden: „Der Kurator ist auch ein Katalysator, der verschwinden können muss“, sagte Obrist in einem Interview. bp
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