Edelbert Köb kritisiert „semi-kompetente Beamte“
Wien (SN-eStro). Museumsdirektoren sollten bei Auslandsreisen Bedenken haben, es könnte schlechte Nachrichten geben. Klaus-Albrecht Schröder war bei Damien Hirst in England, als die Albertina gefährlich feucht wurde. Mumok-Direktor Edelbert Köb war in New York, um mit Claes Oldenburg für 2011 eine Ausstellung zu fixieren, als ihn der Kabinettschef von Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) anrief: Sein bis Oktober 2010 laufender Vertrag werde nicht verlängert.
Zwar finde er es „absurd, wenn Altbauern ihre Höfe nicht übergeben“ wollten, sagte Edelbert Köb am Mittwoch nach seiner Rückkehr aus New York. Doch „Zeitpunkt, Form und Inhalt“ der Mitteilung hätten ihn schon entsetzt. Sonst vermied der bescheidene Vorarlberger böse Worte und gab zu, „ich hasse es, zu antichambrieren“. Wohl ein Erzfehler auf dem glatten Parkett der Wiener Kulturpolitik.
Künstler, Akademieprofessor, Leiter mehrerer Kunstinstitutionen: Der 67-jährige Edelbert Köb kann auf ein reiches Berufsleben zurückblicken. Seit 2002 leitet er das Museum Moderner Kunst (Mumok) im Wiener Museumsquartier, und von Beginn an war dem karenzierten Akademieprofessor klar, es wird die letzte Station der Karriere.
Umso unverdrossener – und das bezeichnet Köb als seine Pluspunkte – habe er daran gearbeitet, den Ruf des Museums und die Besucherquote zu heben und zweitens das „Bewusstsein zu schärfen, dass hier etwas nicht in Ordnung“ sei. Er habe viele Papiere und Vorschläge produziert, zahllose Leerkilometer absolviert, vieles – wie das Museum auf der Donauplatte – sei im Sand verlaufen. Nur die Mumok-Erweiterung um die benachbarte Kunsthalle habe das Interesse der Ministerin gefunden – und gerade jetzt werde er trotz seiner Erfahrung in Pension geschickt.
Er vermisse eine Expertenebene, und der ständige Wechsel von höchstens „semi-kompetenten Beamten“ sei ein Problem, kritisierte Edelbert Köb. Überhaupt sei es absurd, wenn „Entscheidungen über museumspolitische Details von Beamten getroffen werden“.









