Blicke hinter die Fassaden
Besticktes Geld, entfremdete Sexualität & Fotoprints.

Foto © Willi Rainer
Deutsche Wurzeln führten die gebürtige Argentinierin Carla Degenhardt vor über 20 Jahren nach Europa, wo sie nun in Wien als freischaffende Künstlerin lebt und arbeitet. Zum ersten Mal zeigt sie jetzt einen größeren Querschnitt ihres Schaffens in Kärnten. Vereinendes Zentrum der höchst unterschiedlichen Arbeiten zu unterschiedlichen Themen bilden politische Fragen im erweiterten Sinne die sie über Außenseiterpositionen aufrollt.
Besonderen Fokus legt Degenhardt auf die sinnliche Erfassung von menschlicher Körperlichkeit und von Raum. So etwa untersucht sie Wahrnehmungsqualitäten von blinden Menschen in einem Video, das auch auf Fotoprints transferiert wurde und thematisiert damit die Konstruktion des öffentlichen Raumes aus dem Blickwinkel der Nicht-Sichtbarkeit.
Bearbeitete Bilder aus kitschigen Fotoromanen zeigen gesichtslose, dafür übersexualisierte Menschen. In biedermeierlichen Polsterobjekten wird die Banalität von entfremdeter Sexualität vorgeführt. Mit Nadel und Faden bestickte Geldscheine mutieren zu Kunstobjekten und erfahren so eine Umwertung ihres Nominales.
Weitere Arbeiten und interessante Bücher dazu weiten den Blick auf das Leben hinter seinen Fassaden, schaffen ein Stück Distanz zu schnellen Urteilen mit überlegter Ironie.
Carla Degenhardt
Galerie Rimmer. Velden/Wörthersee. Do./Fr. 10-13 und 15-18, Sa. 10-14 Uhr. Bis 21. Mai














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