Kunst kommt vom Gehen

Unter dem Titel "Placing one Foot in Front of the Other" zeigt die Bawag Foundation jüngste Arbeiten von Hamish Fulton.


Hamish Fulton zählt wie seine Kollegen Richard Long, Walter de Maria und Robert Smithson zu den Vertretern der Land Art die sich Ende der 60er Jahre mit Landschaft und ihren künstlerischen Eingriffen beschäftigte. Während die oben genannten Künstler Konstruktionen und Veränderung in amerikanischen Wüsten vornahmen, die durch Wind und Zeit wieder verschwanden, kam Fulton zu anderen Lösungen.

©Bild: Hamish Fulton
©Bild: Hamish Fulton

Erste Wanderungen

Nach seinem Studium an den unterschiedlichsten Kunsthochschulen in London begann der heute 56-jährige britische Künstler größere Wanderungen in Großbritannien zu unternehmen. Es folgten Märsche durch South Dakota und Montana. 1969 gelangte er zu der Ansicht, dass Kunst so sein könnte, "wie man das Leben sieht" und "nicht unbedingt mit der Herstellung von Objekten verbunden sein musste".

Reduktion

Gehen als Lebenserfahrung per se stand im Zentrum seiner weiteren Märsche. Nachdem er 1973 die britische Insel auf einer Strecke von mehr als 1000 Meilen von Duncansby Head bis Lands End durchwanderte, entschied er sich "nur mehr Kunst zu machen, die aus der Erfahrung individuellen Gehens entsteht."

Resultate

Änfänglich dokumentierte er mit Fotografien seine Wanderungen. Später folgten breite Billboards mit Schriften die aus Vinyl gefertigt sind. Auf ihnen sind großformatige Aufschriften wie "No talking for Seven Days" zu lesen. Seine Materialien sind kommerziell überall erhältlich. Er arbeitet nicht wie seine Land-Art-Kollegen mit Fundstücken aus der Natur, wie Knochen oder Steine aus einem Fluss. Wichtiger ist ihm, dass die Natur zu ihm strömt und nicht umgekehrt. Fulton dokumentiert seine subjektive Erfahrung die er in einen objektiven Kunstkontext packt.

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