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MAK will wachsen: Museum über Wienfluss angedacht

04.02.2009 | 14:21 |  (DiePresse.com)

Der MAK-Direktor wünscht sich eine umfassende Erweiterung mit "Überplattung" des Wienflusses und "Terminal" statt Strandbar Hermann. Die Pläne könnten aber am Hochwasserschutz scheitern.

Hochwasserschutz könnte die ehrgeizigen MAK-Expansionspläne zu Fall bringen, die Direktor Peter Noever in seiner Jahrespressekonferenz für das Museum vorstellte. Er will das MAK umfassend erweitern und für die "nächsten 20, 30 Jahre genug Platz" schaffen. Noever schwebt ein "MAK über Wien" vor und stellte eine Machbarkeitsstudie vor. Geschätzter Kostenpunkt: rund 40 Millionen Euro. Über die Finanzierung gab es noch keine Gespräche, sagte der Direktor.

Noever schwebt eine "Überplattung" des Wienflusses vor: Das Gewässer soll auf 1.240 Quadratmetern überdacht und darunter die Kunstbibliothek des Hauses sechs Meter tief in das Überlaufbecken gehängt werden. Die Kosten für die Überplattung taxierte der Direktor auf acht Mio. Euro. Mit einer solchen "MAK-Plattform" will man auch die alte Trennung zwischen "vorne und hinten" des Gebäudes auflösen.

Die Überdachung könnte jedoch in Konflikt mit dem Hochwasserschutz kommen. "Für alles, was geeignet ist, das Abflussverhalten des Abwassers im Wienfluss zu verändern, muss der Interessent ein hieb- und stichfestes Gutachten beibringen", betonte ein Sprecher von Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Es müsse nachgewiesen werden, dass die Wassermenge, auf die der Wienfluss ausgelegt ist, trotz fixer Einbauten im Flussbett auch bei Hochwasser passieren könne.

Terminal statt Strandbar Hermann?

Angedacht ist außerdem ein "MAK Terminal": Ein fahrbarer Kran mit beweglichen Containern für die Präsentation für die Kunstpräsentation samt Schaulager und Badeschiff (17 Millionen Euro). Entstehen soll der 4.975 Quadratmeter große "Terminal" am Gelände der jetzigen "Strandbar Hermann". Die Betreiber der Strandbar zeigen sich wenig begeistert. Mit ihnen habe niemand gesprochen, und dennoch würden Pläne für ein Gelände vorgestellt, dass einem nicht gehöre. "Wir werden deshalb auf dem MAK eine Strandbar einrichten und unten drunter eine Disco", witzelt Pächter Rudi Konar. Man habe jedenfalls einen aufrechten Mietvertrag für das Gelände am Donaukanal.

Vorstellen könnte sich Noever zudem Umbauten im Haus am Ring, die etwa 15 Millionen Euro kosten würden. Einen 1200 Quadratmeter umfassender Dachausbau, der von außen kaum sichtbar sein soll, würde man zeitgenössischer Architektur widmen. Der Verbindungstrakt soll um zwei Etagen erweitert werden. Im durch die neuen Flächen freiwerdenden Gefechtsturm Arenbergpark wolle er eine Sammlung für Gegenwartskunst des 21. Jahrhunderts etablieren.

"Keine Lösungen, sondern Ansätze"

Durch diese Maßnahmen, die den Ausbau des Dachgeschoßes sowie neue Depot-Flächen beinhalten, könnte man die derzeitige Nutzfläche von 16.731 Quadratmetern auf 26.018 Quadratmeter ausweiten. "Das sind keine fertigen Lösungen, sondern Ansätze", so der Direktor. Mit Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) habe er noch nicht über diese Pläne gesprochen. "Das Haus und die Sammlung gehören der Republik", sagt Noever, "auch die Stadt Wien müsste Interesse haben". Einen Sponsor werde es nicht geben, "die bauen lieber etwas, wo ihr Name draufsteht".


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