
Linz - Noch weitgehend unbekannte zeitgenössische Künstler, die bisher kaum in Österreich ausgestellt haben, holt "Biennale Cuvee" von 3. März bis 2. Mai zum vierten Mal im Offenen Kulturhaus Oberösterreich (OK) in Linz vor den Vorhang. Statt auf große Namen setzt man auf den Exoten-Faktor. Insgesamt 33 Künstlerinnen und Künstler aus 18 Ländern bestreiten das Programm, das am Dienstag in einer Pressekonferenz vorgestellt wurde.
Für OK-Direktor Martin Sturm sind Biennalen das wichtigste Format zeitgenössischer Kunstausstellungen, die sich vor allem durch ihre Experimentierfreudigkeit auszeichnen. Für die Linzer Schau wurden daher neben der renommierten Biennale von Venedig auch jene von Istanbul, Lyon, Thessaloniki, Mechelen (Belgien), Seoul, Taipei, Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate) und Havanna durchforstet. Das Ergebnis ist eine bunte Mischung, die aus OK-Sicht "auf Höhe des gegenwärtigen Kunstdiskurses" steht.
Witz und Ironie
Als starken Trend in der Gegenwartskunst sehen die Ausstellungsgestalter vor allem Witz und Ironie als Stilmittel: So hat etwa Sheung Chuen Pak aus Honkong die Luft einer kleinen Wohnung gesammelt und in Plastiksäcke gefüllt. Nach wie vor wichtig sind den Künstlern politische und gesellschaftliche Fragen. Sie nähern sich diesen Themen aber immer seltener dokumentarisch, sondern greifen stattdessen zu bildnerischen Stilmitteln. Der gebürtige Algerier Nida Sinnokrots hat beispielsweise aus der formalen Ähnlichkeit zwischen einem Schmetterlingsflügel und einer Karte der Westbank seinen "West Bank Butterfly" geschaffen - ein filigranes Gebilde als Metapher für eine Unruhe-Region.
"Biennale Cuvee" zeigt neben den Exponaten im OK auch einen Teil der Ausstellung im Power Tower der Energie AG. Dort weht in der Empfangshalle ein Hauch von Exotik: Die Besucher erwarten unter anderem eine kubanisches Ringelspiel und Säulen aus Perserteppichen. (APA)
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