Aus dem Chefkurator Peter Weibel wird ein Sonderkurator
GrAZ (SN-m.b.). Peter Weibel könnte trotz seiner Kündigung als Chefkurator weiterhin die von ihm geplanten Joanneum-Ausstellungen durchführen. Seine Bedingung: „Eine angemessene Rolle“ für Christa Steinle, die kürzlich entmachtete Leiterin der Neuen Galerie Graz. Das ist das Ergebnis eines „Krisengipfels“ zwischen Weibel und Joanneum-Chef Peter Pakesch Montagnachmittag im Büro des steirischen Kulturlandesrats Christian Buchmann (ÖVP).
Das „intensive, offene Gespräch“ (Buchmann) zwischen den Kontrahenten dauerte etwas mehr als eine Stunde. Danach stand fest, dass Pakesch an den für Herbst geplanten Ausstellungen weiter interessiert ist. Peter Weibel dazu: „Im Interesse der Kunst und eines Erfolgs für das Joanneum bin ich dazu bereit. Auch für wenig Geld. Ich mache aber meine Tätigkeit als Sonderkurator von der Einbeziehung Christa Steinles abhängig.“
Landesrat Buchmann betonte, es sei wichtig gewesen, Peter Weibel weiter für die Arbeit in der Steiermark gewinnen zu können. In hochrangigen ÖVP-Kreisen hatten sowohl die Kündigung Weibels als auch die Degradierung von Christa Steinle für Unmut gesorgt. Heute, Dienstag, soll es ein erstes Gespräch zwischen der Joanneum-Geschäftsführung und der in Sonderurlaub geschickten Kunsthistorikerin Steinle geben. Steinle zeigt sich vorerst abwartend: „Ich freue mich, dass die Ausstellungsprojekte doch realisiert werden sollen. Über meine mögliche Rolle dabei muss man noch klärende Gespräche führen.“ In Vorbereitung sind neben den Herbstausstellungen (Hollein-Personale, „Moderne: Selbstmord der Kunst?“, Bruseum) auch eine große Wilhelm-Thöny-Schau 2012. Peter Weibel: „Steinle hat dafür eine Million Euro für Ankäufe aufgetrieben, ich wünsche mir, dass sie die Ausstellung auch eröffnet.“
Er wolle ja auch nicht, dass Steinle als „weißer Elefant“ herumlaufe, betonte Pakesch. Für ein „kuratorisches Engagement“ Steinles sei er offen.
Dem von Pakesch geäußerten Wunsch, kritische Äußerungen aus der Vorwoche zurückzunehmen, kam Weibel am Montag nicht nach: „Warten wir die Gespräche mit Steinle ab.“ Rückendeckung und Solidaritätsbekundungen bekam Steinle mittlerweile auch vom Institut für Kunstgeschichte in Innsbruck.


















