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Der Linzer Pontifex zwischen Kunst und Kirche

"Die Spannung zwischen Kunst und Religion/Kirche ist unaufhebbar, aber fruchtbar." Das weiß DDr. Günter Rombold - Theologe und Kunstexperte auch im Dienst der Diözese Linz - seit Studien- und Praxiszeiten. Aber der Kunstsammler, Kunstpublizist, Kunstberater ist ein Pontifex, ein Brückenbauer. Nicht gerade "maximus", das darf sich nur einer nennen, und der gilt als unfehlbar.
Für unfehlbar hält und hielt sich ein so bescheidener und kluger Mensch wie Rombold nicht. Aber er verstand es, mit Klugheit, Diplomatie und Menschlichkeit Brücken zu schlagen von der zeitgenössischen Kunst und ihrem vielfältigen Ausdrucksdenken einerseits und traditionsverhafteten und eng schematisierten Denk- und Verhaltensweisen auch außerhalb der Zugriffs-Mechanismen von Kirchenobrigkeit anderseits. Seine Bücher - etwa "Der Streit um das Bild" - gehören in den privaten Bücherschrank jedes an der Verbindung von Kunst und Religiosität interessierten Menschen. Darin steht vieles, das manchem Bilderstürmer ohne Hinterfragungs-Vermögen ins Stammbuch geschrieben werden müsste.
Seine Verdienste wurden mit der Zuerkennung des Gleißner-Preises gewürdigt, der Rombold am Dienstag im Steinernen Saal des Landhauses überreicht wurde. Prälat Wilhelm Zauner porträtierte Rombold in klugem (Ein-)Verständnis. Den Geldbetrag des Preises (75.000 Schilling) spendet Rombold der Linzer Kunstuniversität zur Förderung von Studierenden, die auch lernen wollen, wie man geistige Brücken schlägt. (rt)


OÖN vom 13.12.01 zuletzt geändert am: 12.12.01 15:45:52


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