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17.01.2003 20:11

Kartographie des Unsichtbaren
Das Sichtbarmachen von Netzwerken und Datenströmen ist ein Anliegen der Künstlergruppe "bureau d'étude", derzeit mit mehreren Projekten in Wien präsent



Alles Routine? Echelon fängt auf etwa 120 Stationen weltweit Signale von Satelliten, Richtfunkstrecken, Telefonleitungen und Tiefseekabeln ab. Politische, militärische und selbst wirtschaftliche Daten, wie der ehemalige CIA-Direktor James Woolsey 1998 einräumte, werden in den USA gespeichert. Unvorstellbar. Die Hallen, wo diese Daten liegen, müssen mehrere Fußballfelder groß sein. Alles unsichtbar. Alles Routine. Alles Kontrolle. Alles Macht.

Die unsichtbaren Netzwerke zur Kontrolle der Bevölkerung wachsen und wandeln sich stetig. Wie sollen wir den Überblick behalten, wie sollen wir uns diese komplexen Systeme überhaupt vorstellen? Und vor allem, können wir uns der Kontrolle widersetzen?

Datensammelnde Netzwerke

Eine Kartographie dieser weit verzweigten datensammelnden Netzwerke versucht die französische Künstlergruppe "bureau d'etude" zu schaffen. Das Duo Léonore Bonaccini und Xavier Fourt, das eng mit dem Kulturtheoretiker Brian Holmes zusammenarbeitet, entschlüsselt die Zusammenhänge in piktografischen Installationen. Die Beziehungen zwischen transnationalen Unternehmen, Regierungen, Militärs, zwischenstaatlichen Agenturen, BürgerInnengruppen und Individuen soll in diesen Organigrammen ablesbar werden.

BioWar, InfoWar, PsychoWar

"Bureau d'etude", die anläßlich einer Ausstellung in der Generali Foundation in Wien sind, stellen ihre Art des Arbeitens auch im Zwischenquartier der Public netbase vor. An die Präsentation "Power Lines, Opposing Gazes" schließt sich eine offene Diskussion an, zu der Brian Holmes, Marko Peljhan (makrolab) und Konrad Becker in ihren Beiträgen Anstösse geben wollen.

Maps for the Outside, Engendering Terror

Tags darauf (Sa., 18.11., 16 Uhr) finden dazu und zu nahen Themenfeldern in der Generali Foundation Vorträge von Brian Holmes und Irit Rogoff statt. Anschließend diskutieren mit Gerald Raunig (republicart) die teilnehmenden KünstlerInnengruppen (Bureau d’études, Makrolab, multiplicity, Raqs Media Collective) und die Kuratorin von "Geografie ist die Politik der Mobilität" Ursula Biemann. (kafe)


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