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| Kunstraum:
Sein oder Nicht-Sein Am Mittwoch gab es ein Gespräch von Vertretern des
Vereins Kunstraum Innsbruck mit LH Herwig van Staa. Thema: Die Zukunft des
Kunstraums. Elisabeth Thoman: Seit 1999 gibt es keine wirkliche finanzielle Stabilität mehr für den Kunstraum. Wegen der Eröffnung der Galerie im Taxispalais ist 1999 die Jahressubvention des Land es für den Kunstraum gestrichen worden. Diese finanzielle Lücke durch Sponsoren zu schließen, ist nicht gelungen. Jahr für Jahr musste es nicht kleine private Abdeckungen durch die Vereinsmitglieder geben. TT: Und diesen Zustand will der Verein nun offensichtlich nicht prolongieren. Thoman: Wir glauben, dass es nun Zeit für eine politische Entscheidung ist: Will man den Kunstraum oder will man ihn nicht. TT: Der Kunstraum ist 1996 doch mit der Perspektive gegründet worden, eine Überbrückung für das geplante Haus der Kunst am Marktplatz zu sein. Thoman: Exakt. Diese Frage haben wir dem Landeshauptmann am Mittwoch erneut gestellt und er hat die Bereitschaft signalisiert, in den kommenden 14 Tagen die finanziellen Möglichkeiten des Landes zu prüfen. Wir orten in dieser Aussage einen gewissen Willen des neuen Kulturverantwortlichen im Land, den Kunstraum nicht sterben zu lassen, während wir uns bisher nicht sicher waren, ob unsere Arbeit überhaupt gewünscht ist. TT: Der Kunstraum macht nun seit Jahren ein international orientiertes Ausstellungsprogramm. Thoman: Wir sind ein klassischer Kunstverein und erreichen als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine die gesamte deutschsprachige Kunstklientel. Durch unsere jahrelange Arbeit sind wir in ein internationales Netzwerk eingebunden, genießen großes Vertrauen bei unseren Ausstellungspartnern. Das verhilft uns zu Ausstellungen, die man üblicherweise nur zu zehnfach höheren Kosten an Land ziehen könnte. Das Aufgebaute aufzugeben, wäre extrem schade. Nach dem Abwandern der Galerie Krinzinger Mitte der Achtzigerjahre hat man gesehen, wie schnell eine interessierte Szene untergeht. Als wir 1996 angefangen haben, war Innsbruck in Sachen zeitgenössische Kunst eine eine Wüste. Heute hat sich dagegen mit der Galerie im Taxispalais eine fruchtbare Nachbarschaft entwickelt. Das merken wir auch am Besucherstrom. Aber das Publikum muss gepflegt werden. TT: Ich glaube, die Leistungen und die Wichtigkeit des Kunstraums stellt niemand ernsthaft in Frage. Worum es nun geht, sind die Finanzen. Wie groß ist Ihr Budget und wie groß sollte es sein? Thoman: Wir brauchen 300.000 Euro für unsere Fixkosten und noch einmal so viel für das Ausstellungsprogramm. Zusammenkratzen können wir unter größten Anstrengungen dagegen knapp 400.000 Euro. Davon kommen 145.000 Euro von der Stadt Innsbruck, vom Bund haben wir 2002 70.000 Euro bekommen und vom Land Jahr 58.000 Euro. Den Rest haben wir durch Sponsoren aufgebracht bzw. selbst erwirtschaftet. Um mit diesen Mitteln ein Minimalprogramm von vier Ausstellung pro Jahr aufrecht zu erhalten, waren ungeheure Spagate notwendig. TT: Wie ist nun Ihr Wunsch vom Land? Thoman: Bekommen wir vom Land nicht wie von der Stadt 145.000 Euro jährlich, können wir nicht weiterarbeiten. TT: Im Klartext, dann sperrt der Kunstraum zu? Thoman: Ja, dann wird es noch in diesem Jahr keinen Kunstraum Innsbruck mehr geben. 2003-04-03 19:49:11 |