Von der Philosophie des Gehens

"No Walks no Art" ist das Motto des britischen Konzept- und Land Art Künstlers Hamish Fulton.


Gehen als Grenzerfahrung steht im Zentrum der Kunst des Briten Hamish Fulton. Mehrer Wanderungen in 24 Länder über viele tausend Meilen waren es in den letzten Jahrzehnten. Er durchstreifte das Dartmoor und bestieg die Berge von Wales. Erforschte Lappland und Alaska, bezwang den Himalaya und die Anden. Für die Vorbereitung zu der Ausstellung in der Bawag Foundation ging vom spanischen Bilbao bis nach Rotterdam.

Historische Traditionen

Fulton steht mit seinen Wanderungen in der Tradition griechischer Philosphie, religiöser Pilgerwanderungen oder der Wanderburschen der romantischen Literatur. Allen gemeinsam ist Gehen als spiritueller Erfahrung und Weg zur Selbsterkenntnis.

Künstlerische Dokumentation

Walking Backward for Ten Kilometres, Frankreich, 2002 / ©Bild: H. Fulton
Walking Backward for Ten Kilometres, Frankreich, 2002 / ©Bild: H. Fulton

Als "Walking Artist" kommt es ihm besonders auf die Dokumentation seiner Wanderung an. Ausgangspunkt, Tagespensum, Erlebnisse werden zeichnerisch oder mit dem Fotoapparat festgehalten. Fulton versucht so die Zeit zu bändigen, sie zu rhythmisieren, sie auch einzufrieren. So meint er im Gepräch: "Meine Arbeiten setzen sich über das Moment der Zeit nicht hinweg, sie nehmen auf meine Lebenszeit Bezug."

Gezählte Schritte

Dieser dokumentarische Zug zeigt sich auch, wenn er mit der Genauigkeit eines Landvermessers jeden Schritt - 33.210 - wie bei seiner Wanderung um den Berg Hiei in Japan zählt. Oder er spricht bei einer vierzehntägigen Wanderung kein Wort und hält dies in einem Vinyl Bild mit der Schrift "No talking for fourteen days" fest. Zahlenangaben und Zeitangaben spielen in seiner Kunst eine wichtige Rolle. Sieben Tage sind oft eine Marscheinheit. Und sieben Tage wird dann auch nicht gesprochen.

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