 |
Das Ergebnis war nicht nur
erschreckend, sondern vor allem deprimierend. „Wer ist Ihre
Lieblingsmalerin?“, fragte „Die Presse“ vor einiger Zeit bei einer kleinen
– zugegebenermaßen nicht repräsentativen – Straßenumfrage. Die Antwort
beschränkte sich fast ausnahmslos auf ratlose Gesichter. Nicht einmal
Grande Dame Maria Lassnig schien im allgemeinen Bewusstsein verankert. Sie
glauben das nicht? Prüfen Sie es nach in Ihrem erweiterten
Freundeskreis. Der Künstler, das Genie, der Maler sind eben auch am Anfang
des 21. Jahrhunderts noch eindeutig männlich besetzte Begriffe. Und so
kann es nun einmal wirklich nicht weitergehen. Schließlich hat sich gerade
in Österreich eine überraschend starke junge Malerinnenszene entwickelt.
Malerinnen, die sich nicht nur auf sich selbst, auf ihre Rolle als Frau,
auf die sogenannte „Gender“-Thematik beschränken – eine Falle, in der
Künstlerinnen leider nur allzu oft gefangen bleiben. Sondern Malerinnen,
die mit der Farbe und Leinwand außergewöhnlich selbstbewusst und
theoretisch fundiert umgehen, wie auch der Wiener Galerist Christian Meyer
gerne betont. Und zwar nicht nur im gegenständlichen Bereich, sondern auch
im sperrigeren abstrakten, einem Gebiet, dem – trotz der üblichen
Ausnahmen der Regel wie etwa Agnes Martin – spätestens seit Jackson
Pollock und dem abstrakten Expressionismus ein fast machistisch zu
nennender Ruf anhaftet. Doch wer will das heute noch? Auf den folgenden
Seiten finden Sie zur Orientierung eine Art Crashkurs der besten in Wien
werkenden jüngeren Malerinnen. Wobei es hier nicht um schwer einschätzbare
Neuentdeckungen geht. Sondern um durchaus bereits als arriviert zu
bezeichnende Künstlerinnen – was auch die Preise zeigen. Aber umsonst ist
in der Kunst sowieso nichts. Wissen ist alles. Zumindest die Namen also,
die sollten Sie sich merken.
|
 |