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20.01.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung
Leinwand Größen
Von Almuth Spiegler
Natürlich kann man seine 8570 Euro in ein Chanelkleid stecken. Aber man kann sein geld auch in Kunst anlegen. In Wien hat sich eine überraschend starke junge MalerinnenSzene gebildet. namen, die man sich merken sollte, bevor man seine weissen wände einkleidet. ein kleiner CrashKurs.
Das Ergebnis war nicht nur erschreckend, sondern vor ­allem deprimierend. „Wer ist Ihre Lieblingsmalerin?“, fragte „Die Presse“ vor einiger Zeit bei einer kleinen – zugegebenermaßen nicht repräsentativen – Straßenumfrage. Die Antwort beschränkte sich fast ausnahmslos auf ratlose Gesichter. Nicht einmal Grande Dame Maria Lassnig schien im allgemeinen Bewusstsein verankert. Sie glauben das nicht? Prüfen Sie es nach in ­Ihrem erweiterten Freundeskreis. Der Künstler, das Genie, der Maler sind eben auch am Anfang des 21. Jahrhunderts noch eindeutig männlich besetzte Begriffe. Und so kann es nun einmal wirklich nicht weitergehen. Schließlich hat sich gerade in Österreich eine überraschend starke junge Malerinnenszene entwickelt. Malerinnen, die sich nicht nur auf sich selbst, auf ihre Rolle als Frau, auf die sogenannte „Gender“-Thematik beschränken – eine Falle, in der Künstlerinnen leider nur allzu oft gefangen bleiben. Sondern Malerinnen, die mit der Farbe und Leinwand außergewöhnlich selbstbewusst und theoretisch fundiert umgehen, wie auch der Wiener Galerist Christian Meyer gerne betont. Und zwar nicht nur im gegenständlichen Bereich, sondern auch im sperrigeren abstrakten, einem Gebiet, dem – trotz der üblichen Ausnahmen der Regel wie etwa Agnes Martin – spätestens seit Jackson Pollock und dem abstrakten Expressionismus ein fast machistisch zu nennender Ruf anhaftet. Doch wer will das heute noch? Auf den folgenden Seiten finden Sie zur Orientierung eine Art Crashkurs der besten in Wien werkenden jüngeren Malerinnen. Wobei es hier nicht um schwer einschätzbare Neuentdeckungen geht. Sondern um durchaus bereits als arriviert zu bezeichnende Künstlerinnen – was auch die Preise zeigen. Aber umsonst ist in der Kunst sowieso nichts. Wissen ist alles. Zumindest die Namen also, die sollten Sie sich merken.
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