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| 05.12.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| "Liquid Logic": Elke Krystufek besetzt das MAK | ||
| Die Künstlerin setzte sich ein Jahr lang mit dem Museum auseinander. Ergebnis ist eine Schau mit neuer Sammlungs-Aufstellung und eigenen Objekten. Kuratorin Beyerle bezeichnete die Zusammenarbeit als "Reise, bei der niemand so genau wusste, wohin es ging." | ||
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Elke Krystufek hat das MAK besetzt - mit sich selbst und mit neuen Bedeutungen. Ein Jahr lang hat sich die Künstlerin intensiv mit dem Museum auseinander gesetzt, Teile der Sammlung neu aufgestellt und andererseits Eigenes kreiert. Das Ergebnis ist die Ausstellung "Elke Krystufek. Liquid Logic. The Height of Knowledge and the Speed of Thought", die heute, Dienstag, Abend eröffnet wird und, so Kuratorin Tulga Beyerle bei der Presseführung, "wie eine große dreidimensionale Collage zu lesen" ist. Krystufek reibt sich an der Institution Museum, lotet aus, wo sie darin Platz finden kann. Es geht um das Verschwinden von Kunst bzw. des Künstlers, und um das Sichtbarmachen, auch einer Sammlung. Nach Motiven wie Ehe, Gehirn oder Vagina aus ihren ureigenen Themenkomplexen um Sexualität, Macht oder Religion hat Krystufek in Zusammenarbeit mit den Kuratoren Objekte aus der Sammlung ausgewählt und in neue Bedeutungszusammenhänge gestellt. Dies sei "mal nachvollziehbar, mal vollkommen irrational", so Beyerle, nach einer Logik, bei der, wie der Ausstellungstitel suggeriert, eben alles im Fluss bleibt. A prison a musuem Die Neuaufstellung ist als großer Rundgang um Vitrinen, Möbel, Schmuck, Kleider etc. konzipiert, begleitet von gemalten Selbstporträts und einer Fotoserie, auf denen Krystufek mit Objekten an verschiedenen Orten im MAK posiert. "Highlight the ugliness not the beauty of a museum" hat die Künstlerin auf die Wände gemalt, oder "A prison a museum". Zugleich hat Krystufek eigene Objekte kreiert oder aus ihrem Leben beigesteuert. Ihre chaotische Küche stellt sie als kreativen Schaffensort der (nicht in der Schau vertretenen) funktionalen Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky gegenüber, eine große Skulptur zweier als Wohnraum gestalteter Gehirnhälften verweist auf die Künstlerin als Denkerin, wie Beyerle betonte. Eine Serie von neuen Objekten transformiert Zeichen - etwa ein Bücherregal in Form eines Hakenkreuzes - oder Klassiker des Designs, wie Werner Pantons Plastik-Freischwinger, den Krystufek aus Holz nachgebaut und auf einen Tisch in Penisform verpflanzt hat. Die Unmöglichkeit des Verschwindens Im Zentrum der Ausstellung steht Krystufeks Auseinandersetzung mit dem holländischen Künstler Bas Jan Ader, der 1975 auf einer Schiffsreise verschwunden ist. Als sein weibliches Alter Ego "She-Bas" lässt sie ihn in einem Film, "Dr. Love on Easterisland", wieder auferstehen und über Macht und Ohnmacht, die Unmöglichkeit des Verschwindens und die verlorene Kontrolle über das eigene Werk sinnieren. Außerdem hat sie etwa das "Kon-Tiki"-Floß des Forschers Thor Heyerdahl nach- bzw. umgebaut zu einem "Cunt-Tiki" mit Vagina-Segel, ein riesiges Seidenmalbild mit bunten Penissen erinnert ironisch an die monumentalen Tuffsteinfiguren auf den Osterinseln, deren Bewohner, das polynesische Volk der Rapa Nui wiederum das potenzielle Verschwinden der Menschheit symbolisieren. Als "Reise, bei der niemand so genau wusste, wohin es ging" bezeichnete Beyerle die Zusammenarbeit mit Krystufek. MAK-Direktor Noever meinte, sie habe "das Territorium des MAK um neue Denk- wie Objektwelten erweitert". Der Besucher kann dabei auf seiner Reise den prallen Kosmos der Elke Krystufek entdecken. (APA) "Elke Krystufek. Liquid Logic. The Height of Knowledge and the Speed of Thought", von 6.12. bis 1.4.2007 in der MAK-Ausstellungshalle, Mi-So 10 bis 18 und Di bis 24 Uhr, Führungen: Sa, So 16 Uhr, Kurzführungen Sa, So 14 bis 18 Uhr, Sonderführungen n.V. Tel. 01-711 36-298, Sonderführungen mit Elke Krystufek am 30. Jänner und 27. März um 18 Uhr; Katalog 35 Euro |
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