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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
30. Mai 2007
19:24 MESZ
2. 6. - 5. 8.: Städel Museum Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt

Link: www.staedelmuseum.de  

Neue Sehmodelle
William Kentridge im Frankfurter Städel Museum

Als erster Inhaber der Max-Beckmann-Stiftungsprofessur hat William Kentridge an der Städelschule gelehrt. Mit einer Ausstellung schließt der südafrikanische Künstler nun sein Engagement am Städel ab.

Kohlestift und Radierer sind wichtige Instrumente von William Kentridge, der sich in seinen handgezeichneten Filmen immer wieder mit der Vergangenheit Südafrikas befasste. In seiner aktuellen Ausstellung "What Will Come (Has already Come)" gilt sein Interesse unterschiedlichen Sehmodellen von Wissenschaft, Populärkultur und Kunst. Davon ausgehend, dass nicht nur das Gesehene, sondern das Sehen selbst befragt werden müsse, verwendet er diverse Apparate, die den Prozess des Wahrnehmens bewusst werden lassen: Stereoskope, Zerrspiegel, eine filmische Anamorphose, aber auch Zeichnungen und Objekte, die "andere"Sichtweisen generieren.

Inspirieren ließ er sich dabei von Albrecht Dürers Holzschnitten aus dem Lehrbuch "Underweysung der Messung" von 1525, in denen dieser neben dem Modell auch das grafische, oder besser: gesellschaftliche Raster ins Bild gesetzt hat, durch das der Maler den weiblichen Körper betrachtete. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.5.2007)


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