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S ie kann's net!" Brummen die einen, wenn es um die Salzburger
Rupertinum- Chefin Agnes Husslein geht. "Gute Frau, bewegt viel!" Sagen
die anderen. Auf jeden Fall war einiges los seit die frühere
Sotheby's-Wien-Chefin 2001 für vorerst fünf Jahre das Salzburger Museum
übernommen hat: Querelen mit Mitarbeitern, Streit um den Gelatin-"Pisser",
Rücktritt des Vorstands des Rupertinum-Fördervereins. Dessen ehemaligen
Präsidenten, den HNO-Professor Otto Staindl, klagte Husslein wegen übler
Nachrede. Es geht um die Überweisung von rund 70 Millionen € auf Hussleins
Privatkonto.
Spender war US-Milliardär Donald Kahn. Er hat Husslein
das Geld zur alleinigen Verfügung gegeben, damit sie sich auf ihrem
schwierigen Salzburger Posten (das Rupertinum gehört zum Land) besser
bewegen kann. Sagt Husslein. Die über den Förderverein gelaufene und
danach von Husslein abgebuchte Spende habe Schwierigkeiten des Vereins mit
den Rechnungsprüfern nach sich gezogen. Sagt Staindl. Seit kurzem hat der
Verein einen neuen Vorstand. Donald Kahn ist Vizepräsident. Präsidentin
ist die Exfrau des Salzburger Galeristen Thomas Salis, Anna Christina
Salis-Samaden, nach allgemeiner Auskunft eine Kunst-Kennerin mit vielen
guten Kontakten. Thomas Salis sitzt im Beirat des Fördervereins, der den
Namen des neuen Museums der Moderne auf dem Mönchsberg trägt, das, vom
Rupertinum bespielt, 2004 eröffnet wird. Trotzdem: Alles seltsam? Weniger,
wenn man die Situation genau betrachtet. Die Festspielstadt hat mit der
Profilierung auf dem Gebiet bildender Kunst ein Problem.
Hans Holleins Guggenheim-Museum (im Mönchsberg) wurde und
wird zerredet, die namhafte Privatsammlung Batliner, für das
Moderne-Museum auf dem Mönchsberg vorgesehen, kommt nun bestenfalls in
Form von Leihgaben. Die Grundfrage hinter all dem ist: Festspiele sind
zeitlich begrenzt, Museen und Ausstellungshallen aber wollen das ganze
Jahr über "unterhalten" sein, da ist Salzburg ein verschlafenes Städtchen.
Was tun: bauen, in die Offensive gehen oder nicht? Das entzweit die
Parteien. Und es muss alle am Museum der Moderne auf dem Mönchsberg
Interessierten und dafür Verantwortlichen beschäftigen.
Die Frage ist nicht: Kann's die Husslein oder nicht.
Sondern: Geht's überhaupt? Wird das neue Haus genügend Besucher finden?
Dafür agiert, agitiert Husslein. Gemäß Landtags-Beschluss wird das
Rupertinum selbstständig. Das heißt, private Geldgeber werden wichtiger.
Daher der neue Förderverein. Das neue Museum braucht eine tüchtige
Mannschaft und PR. (Auch wenn die Pisser-Causa vielleicht nur zufällig
passiert ist). Also: Husslein hat recht, operiert aber auf steinigem
Pflaster? Vielleicht. Jedenfalls handelt sie nachvollziehbar. Wenn es
nicht klappt, wird sie Salzburg 2006, bis dahin läuft ihr Vertrag,
verlassen. Gott sei Dank! Sagen manche. Vielleicht aber auch nicht gut,
weil Husslein etwas fest anpackt, was seit langem eine Mühsal war:
Salzburgs Ruf als Museumsstadt der Moderne zu "pushen". Ein Wagnis
jedenfalls, denn dass die Moderne-Sammlungen der Länder von Besuchern
überrannt wären, lässt sich nicht behaupten.
© Die Presse
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