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| 30.11.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| "Preispolitik der Auktionshäuser ist unlogisch" | ||
| Noch können, vor allem bei Auktionen, Schüttbilder von Hermann Nitsch relativ günstig gekauft werden. Nach Ausstellungen in London und den USA ist die Tendenz der Preise aber steigend. | ||
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Im
Wintergarten oder in der Arztpraxis - großformatige Schüttbilder von
Hermann Nitsch gehören heute zur Grundausstattung einer gediegenen
österreichischen Kunstsammlung. Das bestätigt auch der Chef der Wiener
Kunstauktionen "Im Kinsky", Otto Hans Ressler. Nitschs größter Sammler
ist - wie für viele andere österreichische Künstler, z. B. Maria
Lassnig - Karlheinz Essl, der auch als einer der wichtigsten Leihgeber
der Berliner Ausstellung fungiert. Aber auch sonst, so Ressler, ist
Nitsch sehr begehrt.
So konnten "im Kinsky" auch alle zehn Nitsch-Bilder,
die bei der vergangenen Auktion vorige Woche im Angebot waren, an den
Sammler gebracht werden. Am Dienstag erzielte im Dorotheum ein zwei mal
drei Meter großes violettes Schüttbild 32.000 Euro. Bei einem
Schätzpreis von 22.000 bis 28.000 Euro ein respektables, wenn auch
nicht umwerfendes Ergebnis. "Es ist relativ viel am Markt", erklärt
Ressler, "Man kann Nitsch-Schüttbilder also noch sehr günstig kaufen."
Gemeint sind damit allerdings eher jüngere Werke - aus den
Sechzigerjahren ist praktisch nichts mehr am Markt, so Nitschs
Galeristin Heike Curtze.
Ungewöhnlich ist bei Nitsch die große Differenz
zwischen den Auktionsergebnissen und den um einiges teureren Preisen in
der Galerie. "Die Wiener Auktionshäuser setzten die Preise einfach
schon zu niedrig an", so versucht Curtze, sich selbst die ihr
"unverständliche Preispolitik der heimischen Auktionshäuser" zu
erklären. In London, so die in Wien, Salzburg und Berlin aktive
Galeristin, wurde 2005 ein großes Schüttgemälde um rund 85.000 Euro
versteigert. Der Höchstpreis für Nitsch in Wiener Auktionshäusern liegt
in etwa bei der Hälfte. Für die jüngsten bunten Schüttbilder, die
Curtze gerade parallel zur Ausstellung im Gropius-Bau in ihrer Berliner
Filiale zeigt, verlangt sie zwischen 17.000 und 65.000 Euro.
Aber auch hier sind Nitschs Preise in den letzten
sieben, acht Jahren kontinuierlich gestiegen, so Curtze. Wesentlich
dafür war sicher die Beteiligung Nitschs bei der Ausstellung "Triumph
of Painting" des Londoner Mega-Sammlers Charles Saatchi 2005. Danach
folgte eine Art Tournee durch die USA, die auch dort für mehr
Bekanntheit des Orgien-und-Mysterien-Dramatikers sorgte. Gerade ging in
New York eine Schau Nitschs in der Galerie Mike Weiss zu Ende. Seit
seiner ersten Verkaufsausstellung 2003, so der Galerist zur "Presse",
sind die Preise um etwa 15 Prozent gestiegen. sp
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