Verschiedene Gesichter des Traklhauses
Wie lässt sich ein Haus porträtieren? Die Leiterin der Salzburger Landesgalerie im Traklhaus, Dietgard Grimmer, hat dazu 13 Künstlerinnen und Künstler eingeladen, das „Traklhaus“ – sei es seine Geschichte, seine Nutzung, sein Innenleben – zum Ausdruck zu bringen. Zur Vorbereitung wurden Künstler, Hausbewohner und Stadthistoriker eingeladen, einen Nachmittag lang ihr Wissen und ihre Eindrücke über das Bürgerhaus in der Salzburger Altstadt zu schildern. Die älteste bekannte Erwähnung des Hauses war im 13. Jahrhundert, es hieß einmal „Haws an der Porten“ oder „Admunthaus“, „Stumpfenhaus“, „Pernerstöckl“ oder „Schaffer-Haus“. Den heutigen Namen bekam es – als Geburtshaus des Dichters Georg Trakl – in den 1970er-Jahren. Damals wurde das Gebäude vom Land Salzburg erworben und für jene Vereine adaptiert, die zuvor in der Alten Residenz untergebracht waren.
Der Künstler Martin Gredler, der dieses Haus seit über zehn Jahren täglich besucht, betritt und benützt, hat tatsächlich so etwas wie ein „Porträt“ (im Bild) gemalt: aus Winkeln, Räumen, Stiegen, Gängen. Fünfzehn solcher Ansichten hat er zu einer Collage verschmolzen. Zudem schickte er seine fünfjährige Tochter Emilia mit einem Fotoapparat durch das Traklhaus. Deren Fotos übertrug er in seine Malerei.
Das brisante Thema, wo politische Kunst beginnt oder endet, berührt Franz Kapfer im Hof des Traklhauses, indem er vor die Büste Léopold Senghors das Zitat „Thorak verblasst ganz dagegen“ von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels gesetzt hat. Sowohl Josef Thorak als auch der Bildhauer von Senghors Büste, nämlich Arno Breker, waren im NS-Regime und von Adolf Hitler hoch geschätzte und viel beschäftigte Künstler. Beide Werke stehen nach wie vor an öffentlichen Plätzen in der Stadt Salzburg: Arno Brekers Skulptur im Hof des Traklhauses, Thoraks „Kopernikus“ im Zwerglgarten und sein „Paracelsus“ im Kurgarten. hkk „Traklhaus“, Ausstellung mit Werken von Bildkombinat Bellevue, Ferdinand Götz, Franz Graf, Martin Gredler, Florian Gruber, Bernhard Gwiggner, Thomas Hörl, Franz Kapfer, Daniel Leidenfrost, Martina Mühlfellner, Katharina Müller und Elisabeth Wörndl. Bis 14. November, der Katalog mit den neuen Arbeiten der Künstler sowie Erkenntnissen über die Geschichte des Traklhauses wird am 4. November um 19 Uhr präsentiert.




















