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14.11.2002 17:05

Eine Brauerei als Unterschlupf für die Kunstuniversität
Salzburger Mozarteum sucht dringend neuen Standort: Rektor hat ihn gefunden, Bund muss noch zustimmen

Salzburg - Das Mozarteum soll in eine ehemalige Brauerei ziehen. Das hat zumindest der Rektor der renommierten Salzburger Kunstuniversität, Roland Haas, vor. Im Juni hatte er im STANDARD-Gespräch bereits angekündigt, die Suche nach einem zweiten Standort selbst in die Hand nehmen zu wollen.



Jetzt ist Haas fündig geworden: Er will neben dem bis zum Mozartjahr 2006 generalsanierten Stammhaus am Mirabellplatz das ehemalige Sternbräu am Fuß des Rainberges umbauen lassen. Die Herbergssuche wurde notwendig, da der Stammsitz am Mirabellplatz aufgrund hoher Schadstoffkonzentrationen in der Luft 1998 geschlossen werden musste.

Seither ist das Mozarteum auf mehrere, teilweise völlig ungeeignete Mietobjekte verteilt. Studiert wird in Einkaufszentren und aufgelassenen Möbelhäusern. Die Wege von Institut zu Institut sind zu lang, und die Heizungen funktionieren nicht, klagen Studentenvertreter. Immer mehr Studierende würden in andere Städte abwandern.

Vom ursprünglichen Plan, gemeinsam mit der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg in den im Nonntal geplanten Uni-Park zu ziehen, hat sich das Mozarteum längst verabschiedet: Man könne sich vom Wissenschaftsministerium nicht ewig hinhalten lassen. Trotz jahrelanger Verhandlungen zwischen Unis, Stadt Salzburg und Bund hat sich dieser noch zu keiner Bauzusage bewegen lassen.

Das Projekt, die alte Brauerei in eine Kunstuniversität umzubauen, ist hingegen baureif. Das zweite Standbein soll in der ersten Ausbaustufe 4500, im Endausbau 12.500 Quadratmeter Nutzfläche haben. Die Baukosten werden auf 27 Millionen Euro geschätzt. Die öffentliche Hand würde dabei jedoch nicht als Bauträger auftreten. Bauherr und Eigentümer soll die Baugesellschaft Wenzl-Hartl sein. Das Mozarteum müsste sich lediglich mit einem Mietvertrag auf 20 Jahre binden.

Aber genau da beginnt es sich für das Mozarteum erneut zu spießen. Da die Vollrechtsfähigkeit der Universitäten erst ab 2004 umgesetzt sei, bräuchte man für einen derartig langen Mietvertrag die Zustimmung der Aufsichtsbehörde Bund; diese ist laut Haas allerdings nicht in Sicht. Für das Mozarteum drängt jedenfalls die Zeit: Kommt es bis Anfang 2003 zu keinem Vertragsabschluß mit Wenzl- Hartl, verwertet die Baugesellschaft das Brauereigelände auf andere Weise. (neu/ DER STANDARD, Printausgabe, 15.11.2002)


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