10.03.2003 13:01
Keine "Geldverschwendung", sondern fehlende
Denkpause
Albertina weist Vorwürfe zurück -
Burghauptmann fühlt sich missverstanden: Bauen und gleichzeitiges Verändern des
Bauplans vertragen sich nicht
Wien - Die Albertina weist den Vorwurf der
"Geldverschwendung", den Burghauptmann Wolfgang Beer laut einem Artikel in der
aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" gegen Albertina-Direktor
Klaus Albrecht Schröder erhebt, zurück. "Für die Finanzmittel, die die Republik
Österreich für die Generalsanierung der Albertina vorgesehen hat, trägt die
alleinige und ausschließliche Verantwortung die Burghauptmannschaft", heißt es
Montag in einer Aussendung der Albertina. Beer will seine Aussagen indes nicht
als Vorwurf der Geldverschwendung verstanden wissen.
Nicht während des
Baus das Projekt verbessern
"Da missversteht man mich. Das Projekt
ist nicht teurer geworden, sondern erweitert worden", so Beer. Die Erweiterung
der ursprünglich geplanten Baumaßnahmen hin zu einer Albertina-Generalsanierung,
die "wirklich angestanden ist", sei im "Einverständnis" mit der
Burghauptmannschaft erfolgt. "Was vielleicht allenfalls als Vorwurf aus meinen
Worten herauszuhören ist: Man hätte zum Zeitpunkt, als Schröder mit seinen
Erweiterungsplänen angetreten ist, eine Denkpause machen und nicht während des
Baus das Projekt verbessern sollen. Man hat gebaut und gleichzeitig geändert.
Das ist nicht gescheit", so Beer. Dass die Burghauptmannschaft sich auch die
Baumaßnahmen, die die Albertina über die Stadt Wien oder private Sponsoren
finanziert hat, vorlegen ließ, sei ein "ganz normaler" Vorgang. "Was in die
Bausubstanz geht, muss dem Eigentümer natürlich vorgelegt
werden".
Kostenverfolgung in Verantwortung der
Burghauptmannschaft
Die Beauftragungs- und Vergabemodalitäten für
Bauvorhaben der Republik Österreich würden "die Durchführung von
Planungsänderungen gegen den Willen und die ausdrückliche Genehmigung durch die
Burghauptmannschaft gar nicht erlauben", betont die Albertina. Es konnte daher
laut Albertina zu "keiner Planungsbeauftragung der Albertina kommen, die nicht
durch die Burghauptmannschaft gutgeheißen und genehmigt wird". Auch die gesamte
Kostenverfolgung liegt im alleinigen Verantwortungsbereich der
Burghauptmannschaft.
Bildungsministerium prüft Finanzbedarf der
Albertina
Bezüglich der von Schröder seit längerem geforderten
Subventionserhöhung für den laufenden Betrieb der Albertina hieß es aus dem für
Museen zuständigen Bildungsministerium, dass diese intern evaluiert werde. Dem
Bildungsministerium liege eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst
& Young über die Basisfinanzierung und die finanziellen Bedürfnisse der
Bundesmuseen vor, die derzeit geprüft werde. Es sei dem Ministerium "natürlich
ein Anliegen, dass die Museen gut arbeiten können". Über einen Zeitrahmen bis zu
einer Entscheidung betreffend das zukünftige Albertina-Budget wollte man noch
keine Angaben machen, verwies jedoch darauf, dass für 2003 die Budgets noch
gedeckelt sind. 2004 soll berücksichtigt werden, wie viel Geld die Museen für
ihren Betrieb wirklich brauchen. Derzeit wird die Albertina mit rund 5 Mio. Euro
gefördert, Schröder hofft auf 3 bis 4 Mio. Euro mehr pro Jahr. (APA)