23.05.2003 13:41
Ausstellung "Der Aufbruch nach 1945"
Kunsthalle Krems spürt dem "Mythos Art Club" nach
Krems - Mit "Mythos Art Club - Der Aufbruch nach 1945" geht die
Kunsthalle Krems einem bedeutenden Kapitel der österreichischen Kunstgeschichte
nach. Die "Spurensicherung" erfolgt anhand zahlreicher Dokumente und rund 180
Arbeiten unterschiedlichster Stilrichtungen. Die Ausstellung ist vom 8. Juni bis
zum 7. September zu sehen.
Rückeroberung der Moderne
Wie
die Kunsthalle in einer Aussendung erläutert, entfaltete die heterogene Gruppe
von Künstlern, die sich im "internationalen unabhängigen Künstlerverband
Österreich Art Club" zusammen fand, in der Zeit von 1947 bis 1953 intensive
Aktivitäten, um die Moderne nach Ende des "Dritten Reiches" zurückzuerobern. Der
Art Club verstand sich als Avantgarde einer neuen Freiheit, Hauptströmungen
waren Surrealismus und Abstraktion. Großen internationalen
Überblicksausstellungen (von der Gründung bis 1949/50) folgten einflussreiche
Einzelpräsentationen im legendären "Strohkoffer" (1950 bis 1952/53), einer
Mischung aus Nachtclub und Galerie im Keller unter der Loos-Bar in Wien. Die
Vereinigung, für viele Künstler Ausgangspunkt für internationale Karrieren,
wurde 1960 aufgelöst.
Nach seiner Rückkehr aus Rom hatte Gustav Karl Beck
im Jänner 1947 die österreichische Sektion des Art Club gegründet, erster
Präsident wurde Albert Paris Gütersloh. Treffpunkte waren die Ateliers von Maria
Bilger, Heinz Leinfellner, Wander Bertoni und Susanne Wenger. Von Beginn an
aktiv waren Ernst Fuchs, Wolfgang Hutter und Rudolf Hausner ebenso wie Anton
Lehmden und Arik Brauer, die Gründer der "Wiener Schule des fantastischen
Realismus".
Der "Strohkoffer"
Im "Strohkoffer", dem Fritz
Wotruba den Namen gegeben hatte, fanden Personalausstellungen u.a. von
Friedensreich Hundertwasser, Johann Fruhmann, Josef Mikl, Rudolf Hoflehner, Kurt
Moldovan, Wolfgang Holegha und Maria Lassnig statt. Ein Jahr lang war das
Clublokal mit seinen Veranstaltungen der wichtigste Impuls für die Wiener Szene,
der Art Club wurde zum Mythos.
In der von Wolfgang Denk kuratierten Schau
in Krems sind mehr als 50 Kunstschaffende vertreten. Der 160 Seiten starke
Katalog zur Ausstellung enthält 130 Abbildungen. (APA)