Salzburger Nachrichten am 21. Jänner 2004 - Bereich: kultur
Malerei wird zum Raum

Max Weilers "Vier Wände" in Wien

WIEN (SN-froh).

"Ehrfurcht vor der Schöpfung und eine undefinierbare Ahnung des Schöpfers" prägen die Malerei von Max Weiler (1910 bis 2001), der längst als "Klassiker" der österreichischen Kunst der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gilt. Die Ehrfurcht vor der Natur, die von den Energien der vier Elemente bestimmt wird, kennzeichnet die Bilder des Zyklus, die derzeit das Museum moderner Kunst (mumok) in Wien zeigt. Der Horizont verschwindet und führt in endlose Räume: Leichtes, Liquides bestimmt die "Ganz lebendige Natur" (1973); "Natur mit Caput mortuum" (1974) ist eine Auseinandersetzung mit der Erde und deren hochstrebender Flora: im Bild "Über der Baumgrenze" (1976) dominiert die Leere, Weiler sprach von einer "Gegend über der Waldgrenze, Steine, Flechten und Moose". Schließlich die "Himmelslandschaft" (1977), gedacht als Vereinigung von Luft, Feuer und Wolken.

Seinen Bilderzyklus "Wie eine Landschaft" aus den sechziger Jahren fortsetzend und erweiternd, verlässt Weiler den Gegenstand. Die Eitemperabilder auf Leinwand sind zu farbigen Metaphern für das Wachsen und Fließen in der Natur geworden. Sie sind auch Ausdruck dessen, was Weiler anstrebt: "eine reine Malerei, so Malerei an sich, dass sie alle Möglichkeiten der Malerei ausschöpft, alles, was man allein mit Malerei machen kann".