| Zum Begriff Disneyfizierung | |
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Die Entwicklung des öffentlichen Raums in den USA und Europa. |
"Disneyfizierung ist ein Begriff, der
sich mit dem Erlebnisbereich Stadt auf kultureller, kommerzieller und
soziologischer Ebene auseinandersetzt. Die Disney Company, die seit jeher
für ein rigides und streng reglementiertes Leben nach einfachen sozialen
Parametern steht, hat bereits in den 1980er Jahren begonnen, ganze
Stadtteile nach ihren Vorstellungen umzugestalten oder gar neu zu
bauen. Celebration
Times Square Ähnliches passierte auf dem Times Square in New York. Über Jahre war es
eine heruntergekommene Gegend, die schließlich durch die Neugestaltung des
Disneykonzerns zur hippen Geschäfts- und Büromeile wurde. Vergnügungsparks Themenparks wie Disney World wurden in Amerika zu Modellen für den
Städtebau. Zum einen werden urbane Strukturen propagiert, die sich an
Werten des amerikanischen Kleinstadtlebens, wie Sicherheit, Sauberkeit,
Nachbarschaft und Service orientieren, andererseits steht der Begriff
Disneyfizierung für eine Verknüpfung von historisierender
Fassadenarchitektur mit kommerziellen und touristischen
Vermarktungsstrategien. Las Vegas Eindringlichstes Beispiel dafür ist Las Vegas, wo der Dogenpalast oder
der Canale Grande mit seinen Gondeln nachgebaut wurden. Eine fotografische
Arbeit von Alexander Timtschenko nimmt in der Ausstellung darauf
Bezug. Dorit Magreiter, die ebenfalls mit einer Arbeit im Künstlerhaus
vertreten ist, zeigt derzeit in dem Video "Remake: Las Vegas" in der Galerie Krobath und
Wimmer, wie diese historisierenden Kitschnachbildungen als Hotels
genutzt werden.
Europäische Szene In Europa stellt sich die Entwicklung etwas anders da. Im Gegensatz zu
den USA bedarf es keinerlei Simulation von historischer Architektur,
sondern einer peniblen Konservierung historischer Fassaden. Die Altstadt
wird nach außen hin musealisiert während sich im Inneren ein
Funktionswechsel vollzieht. Wohnraum wird in Bürofläche umgewandelt und
mittelständische Läden werden von internationalen Konzernen verdrängt. Mehr zur Ausstellung im Ausstellungsrundgang. | ||||||