



Zweieinhalb Meter Männchen des deutschen Künstlers Thomas Schütte geistern am Graben.

Wien - Nach Cosima von Bonins Tagedieb bevölkern den Graben diesen Sommer Große Geister: zweieinhalb Meter hohe Bronze-Skulpturen des deutschen Künstlers Thomas Schütte.
Dass der 56-Jährige, der 2005 auf der Biennale von Venedig als bester Künstler den Goldenen Löwen erhielt, erstmals Arbeiten in Wien präsentiert, ist seinem österreichischen Künstlerkollegen Erwin Wurm zu verdanken, der "die Präsentation des weltbekannten Künstlers mehr als überfällig" fand und diese Installation für die Kör (Kunst im öffentlichen Raum Wien) kuratiert hat.
Der dreifache Documenta-Teilnehmer Schütte arbeitet mit verschiedenen Medien und Materialien. Er zeichnet, malt, fotografiert, macht Druckgrafiken und Skulpturen, ironisch, witzig, gesellschaftskritisch und politisch.
Große Geister, entstanden zwischen 1997 und 2006, erinnern nicht nur frappant an überdimensionierte Michelin-Männchen und groteske Comic-Figuren: "Lässt man das befremdliche Äußere außer Acht", schreibt Ex-Mumok-Direktor Edelbert Köb, "wirken sie wie verwirrte, verstörte Wesen, die sich mit ratloser Gestik die klamme Frage stellen, wie denn aus dieser misslichen Situation (jetzt am Graben) schnellstens wieder herauszukommen wäre." Aus ihrer Graben-Lage werden sie erst am 2. November befreit. (asch, DER STANDARD - Printausgabe, 19. Mai 2011)
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