10.02.2003 11:29
Zwei steirische Positionen
Attersee-Schüler Leo Hainzl und Gisela Grill in der Galerie Artmark,
Spital am Pyrn
Die von Ausstellungen steirischer Künstler weitgehend
Abstand nehmende Kulturhauptstadt Graz hat den Galeristen Thomas Mark dazu
bewogen, diesem Manko im ersten Halbjahr drei Schwerpunkte entgegenzustellen.
Teil eins: Der in Bruck an der Mur geborene, in Wien lebende Attersee-Schüler
Leo Hainzl widmet sich derzeit einem ewigen Kunstthema, dem Stillleben,
auf sehr eigenständige Weise.
Er ordnet etwa Zitronen, Äpfel oder
Zwetschken jeweils auf serielle Weise an, die Objekte scheinen dabei im Malgrund
zu schwimmen oder zu schweben. Den Gegenpol dazu bilden die abstrakten
Landschaften der in St. Andrä im Sausal geborenen Gisela Grill, die
Atelier-Ausblicke und optischen Spaziergänge in ihrer südsteirischen Heimat zu
farbintensiven Bildern komponiert.
Spiegelungen im Wassergrund verweben
sich zu blaugrünen Farbflächen, Lichtstimmungen, die ihre Bilder dominieren.
Emotionelle Landschaften könnte man ihre Arbeiten nennen - die rezipierten
Bilder werden durch Grills Gefühlsfilter in ihrer speziellen Farbsicht auf die
Leinwand transponiert. Bilder, die sich der Beschreibung teilweise entziehen,
aber nicht dem emotionellen Zugang. (tHo, DER STANDARD, Printausgabe vom
10.2.2003)