14.03.2003 19:54
Zur Eröffnung der Albertina
Klestil: Ein modernes Prestigeprojekt - Wortspenden von Gehrer und
Schüssel
Wien - "Die Wiedereröffnung der Sammlung Albertina ist
der Stern unter den vielen kulturellen Veranstaltungen dieses Jahres", sagte
Bundespräsident Thomas Klestil Freitag Abend. "Tausende Menschen haben ihr
Interesse bekundet, an der Wiedereröffnung der Albertina teilzunehmen."
Klestil nannte die Albertina "ein modernes Prestigeprojekt, das weltweit
Beachtung finden wird", und erinnerte an die Sammlungsgründung durch Albert von
Sachsen-Teschen: "Was gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Geiste der Aufklärung
geschah, ist heute zu Beginn des 21. Jahrhunderts besonders aktuell: dass Kunst
keinen gesellschaftlichen Luxus bedeutet, sondern zum Kernbestand jeder
verantwortungsvollen humanistischen Erziehung gehört", so der Bundespräsident.
"Mit Recht können die Österreicherinnen und Österreicher auf das neu entstandene
Museum stolz sein, und sie werden diese Institution - gleichermaßen Musentempel
wie zeitgenössische Präsentationsplattform für bildende Kunst - mit großer
Freude in ihr kulturelles Selbstverständnis integrieren."
Die für Museen
zuständige Ministerin Elisabeth Gehrer (V) freute sich darüber, dass die
Albertina "aus dem Dornröschenschlaf geweckt" wurde und wünschte ihr "eine
positive Weiterentwicklung": "Ich werde das Meinige dazu beitragen, dass die
Grundlagen gesichert sind." Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) verwies auf
den Beitrag der Stadt - 2,3 Mio. Euro zur Renovierung der Prunkräume - und
zollte der "grundlegenden Erneuerung" des Hauses Anerkennung: "Ähnlich wie das
Museumsquartier bietet die Albertina nun deutlich sichtbare Verbindungen
zwischen der Geschichte und den zeitgenössischen
Strömungen."
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) sprach von der "wohl
beeindruckendsten Eröffnungsfeier, die ich je gesehen habe", von der Albertina
als "eine Weltklassesammlung" und zitierte u.a. Erzherzog Johann der aus Anlass
eines weihnachtlichen Albertina-Besuchs einst seinen Zweifel über die
Notwendigkeit all der Pracht und des Aufwands geäußert hatte - ähnlich wie
manche heutige Kritiker angesichts der aufwendigen Neugestaltung und Renovierung
der Albertina. (APA)