text breit  text schmal  
drucken 

derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
29. November 2006
20:22 MEZ
"G - Eine Stadt sucht einen Mörder", Eröffnung am 12. Dezember im Medienkunstlabor, Kunsthaus Graz. Die Ausstellung läuft bis Ende des Jahres 
Taxler-Mord von 1931 als Kunsprojekt
Graz: Heribert Hirschmanns Medienkunst in den Fußstapfen von Aktenzeichen ungelöst

Graz - Vor 75 Jahren wurde nördlich von Graz ein Taxifahrer ermordet. Noch heute erinnert ein Gedenkstein am damaligen Tatort an die Bluttat. Der Kriminalfall selbst blieb bis heute jedoch ungelöst. Mit medialer Hilfe will der Grazer Künstler Heribert Hirschmann doch noch Licht ins Dunkel bringen - das Ergebnis der Recherchen wird am 12. Dezember im Rahmen von "G - Eine Stadt sucht einen Mörder" im Medienkunstlabor im Grazer Kunsthaus präsentiert.

Dienstagabend hat Hirschmann Medienvertretern den bisher noch ungeklärten Mordfall aus dem Jahr 1931 geschildert. Er hofft nun, dass über entsprechende Meldungen und Sendungen die Öffentlichkeit so sensibilisiert wird, dass möglicherweise doch noch entscheidende Hinweise zur nachträglichen Ausforschung des Mörders zu Tage treten: "Ich hoffe, dass sich die Medien und die Bevölkerung an der Klärung des Falles beteiligen", so der Künstler im Gespräch mit der APA.

Inspiration Weinzödlstraße

"Auf den Mordfall bin ich durch Zufall aufmerksam geworden, als ich den Gedenkstein an der Weinzödlstraße entdeckt habe", schildert Hirschmann. Seine Recherchen seien - außer dem Fund eines ausführlichen Artikels in der Zeitung "Arbeiterwille" nahezu fruchtlos geblieben: "Die Handelskammer hat den Stein zwar im Jahr 1988 restauriert, über den Taxilenker und schon gar über den Mord weiß man dort allerdings heute nicht mehr Bescheid", so der Hobbydetektiv. "Es ist einfach von niemandem etwas zu erfahren", wundert sich Hirschmann.

Am 12. Dezember möchte Hirschmann im Zuge der Ausstellungseröffnung im Medienkunstlabor im Kunsthaus Graz den Zwischenstand der Recherchen präsentieren. Alle beteiligten Medien erhalten eine Ausstellungsfläche, und auf der Außenseite des Kunsthauses (Südtirolerplatz) eine Projektionsfläche, an der entgegengenommene zweckdienliche Hinweise präsentiert werden. Zusätzlich habe er Kontakt zu Experten, die zur Lösung des Falles beitragen könnten, aufgenommen und wolle deren Expertise einholen, so Hirschmann. Unter ihnen u.a. ein Rechtshistoriker, Taxifahrer, Pathologe, Kunst- und Medienhistoriker bis hin zu einem Henker. (APA)


© 2006 derStandard.at - Alle Rechte vorbehalten.
Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.