


Der Stein des Konstanzer Anstoßes
Konstanz - Ende einer Sommersatire am Bodensee: Nach knapp drei Monaten ist die umstrittene nackte Papst-Skulptur des deutschen satirischen Bildhauers Peter Lenk wieder aus dem Konstanzer Bahnhof entfernt worden, bestätigte der Chef der Touristen-Information, Norbert Henneberger, am Mittwoch.
Laut Lenk interessiert sich jetzt das Kunstmuseum Weiz in der Steiermark für das "Päpstle".
Henneberger hatte die Karikatur eines sitzenden nackten Mannes mit Papstkrone Ende April als Blickfang aufstellen lassen. Nachdem Kirchenvertreter und hohe CDU-Politiker in Stuttgart sich über das Werk aufgeregt hatten (Die Empörung nahm zu, nachdem Anfang Mai einer später korrigierten Zeitungsmeldung zufolge die Plastik angeblich Papst Benedikt XVI. zeigen soll.), entschied der Aufsichtsrat der Touristen-Information die Leihgabe wieder zu entfernen.
Bei der Statue handelt es sich um einen Originalabguss einer Figur, die zur Lenk-Statue "Imperia" an der Hafeneinfahrt von Konstanz gehört. "Imperia" stellt eine Kurtisane dar, die an die leichten Mädchen zur Zeit des Konstanzer Konzils (1414-1418) erinnert. Die Hure trägt die Mächtigen ihrer Zeit, einen Papst und einen Kaiser im Adamskostüm, auf ihren Händen.
Die "Imperia" löste bei der Aufstellung 1993 einen Sturm der Entrüstung aus, heute ist sie die meistfotografierte Attraktion der Stadt. Lenk selbst nennt die Figur einen Gaukler, der sich die päpstlichen Insignien angeeignet hat: "Ich bin froh, dass die Geschichte zu Ende ist". Das 600-jährige Jubiläum des Treffens der Kirchenoberen und die Papstwahl auf deutschen Boden will die Stadt von 2014 bis 2018 feiern. (APA)
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