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derStandard.at | Kultur 
19. Oktober 2004
13:59 MESZ
Subventions-Kürzungen in der Kulturstadt Salzburg
Bis zu 60 Prozent weniger Geld für Kultureinrichtungen

Salzburg - In der Kulturstadt Salzburg wird es im kommenden Jahr zu zum Teil massiven Kürzungen bei der Förderung der Einrichtungen kommen. Die Subventionen sollen um bis zu 60 Prozent reduziert werden. "Dies würde einen katastrophalen Kahlschlag für die Salzburger Kulturszene bedeuten", warnt die parteifreie Gemeinderätin Elisabeth Promegger in einer Aussendung. Kulturreferent Bürgermeister Heinz Schaden (S) bestätigt die Pläne und sagt, dass sie kaum noch geändert werden können.

Das Theater Yby zum Beispiel hat heuer noch beinahe 30.000 Euro Förderung von der Stadt Salzburg erhalten, im kommenden Jahr sollen es nur mehr 10.000 Euro sein, wie aus dem Budgetentwurf des Bürgermeisters hervorgeht. Auch das Dommuseum, das Kleine Theater oder der Dachverband Salzburger Kulturstätten müssen mit zum Teil empfindlichen Kürzungen rechnen. In Summe werden die Kulturförderungen von 16,50 Millionen auf 15,75 Millionen reduziert. Darin sind aber auch jene Förderungen enthalten, zu denen die Stadt vertraglich verpflichtet ist und die den Löwenanteil ausmachen (etwa Festspiele oder Landestheater).

Der Kulturausschuss des Gemeinderates befasst sich heute, Samstag, in einer Klausur mit dem Budgetentwurf. Die ÖVP will, dass es keine Kürzungen bei Jugend- und Bildungseinrichtungen gibt. Dafür sollten Vereine, die dank einer mittelfristigen Finanzzusage nicht von den Kürzungen betroffen sind, einen Solidaritätsbeitrag leisten. Die FPÖ wollte sich noch nicht festlegen. Und die Bürgerliste spricht sich dafür aus, zumindest das Subventions-Niveau von heuer zu halten, weil ansonsten die Einrichtungen zu Tode gespart würden. Gemeinderätin Promegger fordert eine Bürgerbefragung zu einer neuerlichen Olympia-Bewerbung Salzburgs für 2014, die Schaden ins Auge fasst und die große Auswirkungen auf den finanziellen Handlungsspielraum der Stadt habe.

In der heutigen Ausgabe der "Salzburger Nachrichten" sagte Bürgermeister Heinz Schaden, er habe "immer gesagt, dass es in diesem Haushalt massive Kürzungen bei den Subventionen geben wird. Nur hat das niemand geglaubt. Vor allem die Steuerreform reißt ein großes Loch in das Budget der Stadt. Weil zuerst die Pflichtaufgaben bezahlt werden müssen, bleibt für die freien Förderungen immer weniger Geld übrig." Er könne sich nicht vorstellen, dass es noch Änderungen beim Entwurf geben könne. (APA)


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