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| 07.09.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Trend: Soft-Erotik und Punk-Comics | ||
| VON ALMUTH SPIEGLER | ||
| Neuer Trend USA? Charles Saatchi und die Wiener Kunsthalle blicken gen Westen. | ||
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Am Puls der Zeit, das müssen Kunsthallen sein. Und wo vermeint man
diesen seit den Neunzigerjah ren lauter trommeln zu hören als beim
gebürtigen Iraker und Großkunstsammler Charles Saatchi? Ab 6. Oktober
präsentiert der Werbeagentur-Gründer und Gespons von TV-Starköchin Nigella
Lawson in der "Royal Academy of Arts" in London, zehn Jahre nachdem seine
legendäre "Sensation"-Schau hier die Young British Artists wie Damien
Hirst und Sarah Morris mit einem Schlag bekannt machte, sein neuestes
Steckenpferd - junge Kunst aus Amerika. Und Zufall oder nicht - ebenfalls einen Schwerpunkt auf
Amerika rief am Dienstag Gerald Matt, Chef der Wiener Kunsthalle, für den
Herbst aus: "Focus USA". Was also ist dran an diesem zu beobachtenden Zug Richtung
Westen? Hat der Kunstmarkt nach den Malermeisterchen aus Leipzig und den
gerade erst ungemein gepushten chinesischen Künstlern schon seine nächste
Hoffnungsgruppe ins Visier genommen? Jedenfalls Saatchi ist dafür bekannt,
seine Engagements marktmanipulativ einzusetzen. Neben aller spekulativer Kaffeesudleserei ist dabei aber
vor allem interessant, dass sich auf Saatchis 40 Namen ankündigender
Künstlerliste auch ein Österreicher findet: Der 1977 in Eisenerz geborene
Christoph Schmidberger. Seit 2004 lebt der ehemalige Schmalix-Schüler in
New York und wird von zwei Galerien in den USA vertreten, Mark Moore sowie
"Goff and Rosenthal". Äußerst erfolgreich, wie man u. a. vergangenes
Jahr auf einer der Alternativmessen zur Art Basel Miami Beach feststellen
konnte, wo alle hedonistischen Soft-Erotik-Sujets des jungen Malers
ausverkauft waren. Eine österreichische Vertretung? Die interessiere ihn
gar nicht mehr, erklärte Schmidberger, der in unseren Gefilden einst schon
bei Art Mark, Christine König, Viktor Bucher und Eugen Lendl ausgestellt
hat, damals der "Presse". Mit sechs Arbeiten wird Schmidberger jedenfalls bei
Saatchis USA-Ausstellung vertreten sein. Außerdem ist seine Teilnahme beim
nächsten Teil der "Triumph of Painting"-Reihe vertreten, mit der Saatchi
im Sommer nächsten Jahres den neuen Standort seines Privatmuseums in
Chelsea eröffnen wird. Zwischen 5000 und 20.000 Dollar kosten
Schmidbergers Ölbilder und Zeichnungen, vertreten ist er bereits in der
Albertina und mehreren US-Museen. Auch Karlheinz Essl zeigte ihn 2002
bereits in seiner Emerging-Artists-Schiene. Im Gegenteil zu Saatchi setzt Gerald Matt bei seinem
kritisch angelegten USA-Schwerpunkt in der Wiener Kunsthalle auf großteils
bereits arrivierte Positionen: Neben einer von Peter Weiermair
zusammengestellten Schau von Meisterwerken amerikanischer Fotografie seit
1940 ist das Zugpferd Raymond Pettibon. 1957 in Arizona geboren wurde der Zeichner bekannt für
seine teils wandfüllenden, expressiven Szenen im Comics-Stil, in denen er
frei und subversiv Sex, Gewalt, Punk, Hippie und Pop mischt. Für den
französischen Sammler Francois Pinault hat Pettibon einen ganzen Raum im
Palazzo Grassi gestaltet. Was das gekostet hat, kann man sich in etwa
vorstellen, wenn man bedenkt, dass seine Bilder heute zwischen 4000 und
30.000 Euro kosten. In Wien vertreten von der Galerie Meyer Kainer werden
nächsten Dienstag beim Auktionshaus Phillips de Pury in New York zwei
Blätter des Künstlers angeboten, darunter eine Frau in gestreiftem
Minikleid und mit Pistole, die 1990 Promotion-T-Shirts von "Sonic Youth"
zierte. Schätzpreis: 5000 bis 7000 Dollar. |
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