Der Begriff "Art Brut" ("Rohe Kunst")
wurde 1948 vom Maler und Kunstsammler Jean Dubuffet geprägt. Gemeinsam mit
anderen französischen Künstlern gründete er die "Compagnie de l'Art Brut",
einen Verein zur Förderung, Sammlung und Verbreitung sogenannter
"Außenseiterkunst". Er und seine Mitstreiter ließen sich auch in ihren
eigenen Arbeiten vom intuitiven, originären Stil der Künstler der "Art
Brut" beeinflussen.
Schon bald gingen Dubuffet und seine Kollegen weltweit auf die Suche
nach ursprünglicher, von kulturellen Normen unberührter Kunst. Dubuffet
hielt programmatisch fest: "Ich will die Westliche Kunst durch die aus dem
Urwald, die aus der öffentlichen Bedürfnisanstalt, die aus der
psychiatrischen Anstalt ersetzen - die 'Art Brut'".
Eine Stilrichtung von vielen
"Für mich ist "Art Brut" nicht die einzig mögliche oder richtige Kunst,
sondern eine Stilrichtung von vielen", relativiert Dr. Johann Feilacher,
der das Gugginger "Haus der Künstler" leitet, diesen radikalen Ansatz.
Aber auch er räumt der "Art Brut" großen Einfluss auf die heute
vorherrschenden Schulen ein: "Diese Künstler haben durch ihre
Beeinflussung anderer einen grandiosen Stellenwert innerhalb der
internationalen Kunstszene."
Die Gugginger Künstler zählen mittlerweile schon zu den Klassikern der
"Art Brut". Auch in der wichtigsten Sammlung von "Außenseiterkunst", der
"Collection de l'Art Brut" in Lausanne sind einige ihrer Bilder zu
sehen.