"Wir sind bemüht, die Jugend mit neuartigen und künstlerischen Präsentationen aus der ganzen Welt zu bereichern, um ihre Inspiration und ihren Fortschritt zu fördern", sagte der oberste Kulturbeauftragte des Emirats Sharjah, Hisham Al Madhloum. Konzipiert wurde die Schau von der Mainzer Kunsthistorikerin und Galeristin Dorothea van der Koelen. "Gerade der ungegenständliche Charakter der Exponate, abstrakte Kunst und konzeptuelle Schriftkunst, wird für das Verständnis eines in islamischer Tradition wurzelnden Publikums besser geeignet sein als gegenständliche Werke", glaubt die Kuratorin.
Mittel der Kommunikation
Das Emirat Sharjah, nur wenige Kilometer entfernt vom Handelszentrum Dubai, versteht sich mit seinen zahlreichen Museen und Kulturaktivitäten als Kulturmetropole der arabischen Halbinsel. Die Pflege geistig-kultureller Inhalte hat bei der seit 200 Jahren regierenden Qassimi Familie Tradition. Der Herrscher des Emirats, Sheikh Qassimi, bezeichnet "Kunst als ein Mittel der Kommunikation und des wechselseitigen Verständnisses zwischen Nationen und gleichgesinnten Menschen".
Aus Deutschland sind insgesamt vier Künstler vertreten. Von Uecker, dessen Nagelbilder besonders bekannt sind, ist eine Sandspirale zu sehen. Diese sei ein Zeichen für Unendlichkeit und Weite, betonte der Künstler. Die Mainzer Künstlerin Lore Bert formuliert das Ausstellungsthema mit dem Zyklus "7 Arabische Emirate" und der Papierinstallation "Water in Space". Mario Reis zeigt Naturaquarelle und Raimund Girke großformatige Weißraum-Gemälde.
Die beiden New Yorker Künstler Joseph Kosuth und Lawrence Weiner haben vorhandene Werkideen für Sharjah konzeptuell erweitert. Ebenso Heinz Gappmayr, der visuelle Poet aus Österreich. Der Niederländer Jan van Munster verwendet gefrorenes Wasser für seine Studie für einen perfekten Eiswürfel. Aus der Schweiz kommen Sandbilder von Gottfried Honegger und Fotografien von Rolf Schroeter. Der italienische Videokünstler Fabrizio Plessi zeigt mit seinem elektronischen goldenen Fluss, eingebettet in ein Goldmosaik, eine virtuelle Version des Ausstellungsthemas. Der chinesische Künstler Guang Yao Wu installiert in den Ausstellungsräumen Tropfen aus Filz.
Die Bilder, Skulpturen, Objekte und Fotografien sind bis 9. Mai in den 35 Räumen des 1997 errichteten Sharjah Art Museums zu sehen.
(APA)
Quelle: © derStandard.at