OÖNachrichten
von
Reinhold Tauber
O.k: Neue Strukturen, Programm 2003
Drei Konstrukteure für das Kunstlabor
"Wir müssen uns gelegentlich die Gewissensfrage stellen: Haben wir unsere Ziele erreicht, wurden die Vorstellungen verwirklicht?"

An Landeshauptmann und Kulturreferent Josef Pühringer nagt also ein Gwissenswurm spezial. Es geht um das O.K, das offene Kulturhaus an der Dametzstraße. 1998 wurde der neu strukturierte Bau des Kunstzentrums in der alten Ursulinenschule seiner Bestimmung übergeben. Fünf Jahre Arbeit, Zeit für Bilanz, Rückschau und Ausblick.

Martin Sturm, Leiter des O.K, legte die Bilanz der Fünfjahres-Arbeit eines Kunstlabors der besonderen Art. Dieses hat die Aufgabe, sowohl der regionalen Kunstszene mit ihren medial erweiterten Möglichkeiten ein Arbeitsforum zu bieten, als auch internationale Strömungen und Tendenzen rechtzeitig zu erkennen und auf sie modellhaft oder in schon erzielten Ergebnissen als Präsentation zu reagieren.

In Summe: 16 Einzel- und 24 Gruppenausstellungen mit mehr als 350 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern aus 26 Nationen in fast globaler Dimension, was die Herkunftsländer anlangt. Ein Drittel von mehr als 200 Kunstprojekten war der oberösterreichischen Szene gewidmet. Und nur 30 Prozent des Gezeigten waren "Leihgaben" im landläufigen Sinn. Der größere Rest waren in die spezielle Architektur des Hauses eingepasste oder direkt dafür konzipierte Arbeiten von zuweilen großer ästhetischer Wirkung und hohem intellektuellem Anspruch.

Registriert wurde die Arbeit vergangenes Jahr von etwa 14.000 Besuchern, die Tendenz erweist sich als von Jahr zu Jahr steigend. Leicht, aber immerhin. Das ist für einen auch interdisziplinär geführten, zuweilen hermetisch wirkenden Kunst-Dialog doch eine respektable Öffentlichkeits-Resonanz.

Der permanenten Herausforderung stellt sich das O.K künftig mit einem neuen organisatorischen und auch kunsttheoretisch agierenden Team: Ab nun wird eine Kuratoren-Dreierschaft - die nach drei Jahren neuen Persönlichkeiten Platz macht - sowohl für die Programmgestaltung insgesamt als auch für Eigenarbeiten verantwortlich sein. Die ersten drei sind Stella Rollig (Bildende Kunst), Thomas Edlinger (Theorieschwerpunkte) und Roland Schöny (Musik und Soundprojekte). Die enge Vernetzung mit dem AEC bleibt selbstverständlich.

Die erste große Themenausstellung wird ab 7. März eine breit gefächerte Auseinandersetzung "The Promise, the Land" ("Die Verheißung / Das Land") über Israels Künstlerinnen im Verhältnis zu Politik und Gesellschaft sein. Im Begleitprogramm wird auch palästinensischen Positionen Raum gewidmet.



OÖNachrichten vom 11.12.2002
 
   



Sherlock 11.12.2002 | 09:33

neue Kuratoren
Es ist schön, wie in Regelmäßigkeit heimische Kompetenzen in der Besetzung von Kuratoren übersehen werden. Und immer wieder bewahrheitet sich: Philosophen gelten im eigenen Land nichts. Die Wiener müssen kommen ...

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