Salzburger Nachrichten am 8. April 2006 - Bereich: Sonderbeilagen
OFF Mozart

"Flying Carpet"

ist Ausstellung und Kommunikationsplattform via Internet zugleich. Beginn ist am 8. April, der Ort das Rupertinum Museum der Moderne. Für drei Wochen können Besucher des Rupertinums mit Gästen der Cafeteria im Goetheinstitut in Ramallah über Video-Life-Schaltung ins Gespräch kommen. "Flying Carpet" stellt das erste Projekt von OFF Mozart, das hauptsächlich von in Salzburg lebenden Künstlern bestritten wird, dar. Es wurde von der palästinensisch-deutschen Künstlerin Nabila Irshaid zum Thema "Der Künstler als Nomade" geschaffen. Mozart, fast ein Drittel seines Lebens auf Reisen, war ein Nomade. Ein fliegender Teppich vermag über äußere und innere Barrieren zu tragen.

Was bewegt die Menschen in Ramallah? Was würden sie tun, hätten sie einen fliegenden Teppich, um überall hin zu gelangen? Das kann der Museumsbesucher zum einen direkt erfragen, andererseits gibt ein einstündiges Video Einblick in Sehnsüchte von Palästinensern und bricht mit dem von Massenmedien vermittelten landläufigen Bild des Palästinensers als wütend-schreiendem Mann und der kopfbedeckten weinenden Frau. Ins Bild und zu Wort kommen Individuen, das kleine Kind, verschleierte wie unverschleierte Frauen, der Arzt ebenso wie der Raumpfleger. Ihre Wünsche? Checkpoints überwinden, zwei Wochen Paris, für immer nach Indien. Kinder möchten den fliegenden Teppich behalten dürfen, um damit in ihrer Gegend helfen zu können.

Irshaids Thema ist, Menschen aufeinander neugierig zu machen. "Wenn Menschen im Goetheinstitut von Ramallah anrufen und sich der Anrufbeantworter meldet, was glauben Sie ist dann zu hören? Mozarts ,,Kleine Nachtmusik'!"(gw)