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KHM-Direktor Seipel: 100.000 Euro für zwei Studien

11.12.2008 | 13:09 |  (DiePresse.com)

Der scheidende Direktor des KHM geht mit 2009 in Pension. Kulturministerin Schmied hat für kommendes Jahr zwei Studien bei ihm in Auftrag gegeben. Im Ministerium spricht man von einer "sauberen Lösung".

Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat den scheidenden Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel, mit zwei Studien beauftragt. Für diese soll der Ägyptologe und Historiker insgesamt 100.000 Euro erhalten. Knapp drei Wochen steht Seipel noch an der Spitze des Kunsthistorischen Musuems, ab 1. Jänner wird der langjährige Direktor von Sabine Haag abgelöst. Als Bundesbeamter in Pension gehen könnte der 64-Jährige eigentlich erst mit Ende 2009. "Herr Direktor Seipel geht ein Jahr früher in Pension", sagte ein Sprecher von Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Donnerstag.

"Studien waren ohnehin geplant"

Im kommenden Jahr soll Seipel die beiden Studien durchführen. Dadurch spare man auch die Fortzahlung des Beamtengehalts für ein Jahr, in dem Seipel ohne adäquaten Job wäre. "Die Studien waren ohnehin geplant, zudem ist Seipel dafür prädestiniert", so der Sprecher. Insofern würden sich keine Mehrkosten ergeben.

"Ich bin ab 1. Jänner Privatmann, also sage ich dazu nichts. Aber das Ministerium hat die richtige Information weitergegeben", sagte der scheidende Direktor. Eine direkte Verbindung zum KHM haben die beiden Studien nicht. Sie tragen die Titel "Strategische Ansätze zur Weiterentwicklung der österreichischen Bundesmuseen unter besonderer Berücksichtigung der Forschung als Fundament der Sammlungs- und Vermittlungsarbeit im Internationalen Kontext" und "Vergleich nationaler und internationaler Kulturvermittlungsarbeit an renommierten Kulturinstitutionen".

Sinnvolle Arbeit für unkündbaren Seipel

Der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl nennt die Regelung im "Kurier" eine "Lachnummer" und "Verhöhnung der Steuerzahler". Im Ministerium spricht man laut dem Bericht von einer "sauberen Lösung", bei der sich der andernfalls unkündbare Beamte Seipel sinnvoll einbringen könne. Das Honorar sei branchenüblich. Laut einem Rechnungshofbericht habe Seipel 2006 ein Jahresgehalt von rund 260.000 Euro bezogen.

 


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