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| 29.01.2004 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Kunstraum: Krobath Wimmer - Geschmack | ||
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Die subtile Andeutung, nicht das Pathos interessiere ihn,
so Robert Lucander. In seiner ersten Wiener Ausstellung malt der
42-jährige Schwede mit Wohnsitz Berlin gegen diesen Anspruch allerdings
an, setzt auf plakative Effekte. Verschiedenformatige Bilder (Preise 3.700
bis 10.300 €) ordnen sich rund um den gesprühten Schriftzug: "Hör zu -
sing mit", eine Anspielung auf Partymusik-Sampler, wie sie in der
Vinylscheiben-Ära ihre Hochblüte erlebten. Lucanders malerische Replik
sind Pseudo-Porträts, in denen er bürgerliche Klischees von Gemütlichkeit,
Lässigkeit, Entspanntheit aufs Korn nimmt. Da hängt eine Zigarette in
einem Mundwinkel, dort ist eine Clownnase vors Gesicht gespannt, woanders
schmust ein Pärchen, drei Gläser werden auf "Griechischen Wein"
angestoßen. Handwerklich geht Lucander stets von Sperrholzplatten aus, auf
denen er dick aufgetragenen Acryllack und feine Buntstiftzeichnung
aufeinander treffen lässt. Damit macht er sich im Getöse des Kunstmarkts
auf jeden Fall bemerkbar. Dahinter steckt aber nur wenig mehr als Effekt
heischende Raffinesse (I., Eschenbachgasse 9; bis 6. März).
RAUM AKTUELLER KUNST: DIRTYIhre großformatigen Acrylbilder (4.000 € bis
7.800 €) siedelt Maja Vukoje, die sich in den Neunzigern mit
geisterhaften Puppenbildern einen Namen gemacht hat, neuerdings in einer
sensiblen Zwischensphäre zwischen Realität, Psyche, Traum und Märchenwelt
an. Dabei mag auch die frühere Lassnig-Schülerin auf das Spiel mit dem
Plakativen und Effekten nicht ganz verzichten, den Sujets zum Trotz. Ab
und an finden sich da Sprayspuren, Pinselspritzer, Glitzerpulver.
Überwiegend aber arbeitet sie sich an die Sujets heran und verleiht den
Bildern mit Hilfe der Malerei ihre poetische Eigentümlichkeit. Augen
erscheinen da etwa als dunkel auslaufende Höhlen, Körper verschwinden im
Malgrund. Wässrigkeit und Transparenz sind wichtige Momente, ebenso aber
finden sich kraftvoll strahlende Bildzonen. Dieser Wechsel ist einer der
spannendsten und vielversprechendsten Aspekte in Vukojes Malerei.
Angesichts der großen Formate erscheinen die Preise - 4.000 € bis 7.800 €
- nicht überhöht (I., Eschenbachgasse 11; bis 6. März). GALERIE CHOBOT: RÄTSELHAFTMonochromer Grund und darauf in loser Streuung Felder und Zeichen, etwa eine gelbe Katze und blaue, bunte Rechtecke, Pfeile, ein Kreuz in einem Feld. So stellen sich Hermann J. Painitz' neue Mischtechnikarbeiten auf Papier und Leinwand (380 bis 6.000 €) dar. Worum geht es? Um Malerei und Zeichnung? Um Zeichen? Oder beides? Die Titel - "B. Newman 1", "Seurat 1", "Version" - schlagen das System der modernen Kunst als Bezugsrahmen vor, Eindeutigkeit bleibt aber verwehrt. Nur eine kleine Tabelle dechiffriert die Hieroglyphen. Bloß: die Entzifferung führt wieder nur auf die Titel-Wörter zurück. Der Künstler lädt zum Spiel mit Interpretation. (I., Domgasse 6; bis 14. Februar). Johanna Hofleitner |
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