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| 07.09.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Galerien-Szene Wien: Kyrillische Küchenkastln und digitale Lager | ||
| Silvia Steinek eröffnet ihre neue Galerie in der Eschenbachgasse 4. Neu: "Seilerstätte Vienna". | ||
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Fast sakral wirkt der Raum mit seiner Höhe von 5,20
Metern. Dabei war es vorher nur ein Teppichgeschäft, das Lokal, in dem
Silvia Steinek nächsten Dienstag ihre neue, bisher in der Himmelpfortgasse
22 beheimatete Galerie einweiht. Mit einer Ausstellung des
US-Konzept-Urgesteins Robert Barry. Und ohne die sonst übliche VIP-Preview
- sie verabscheue diese Zweiklassengesellschaft, sagt die sonnige
Galeristin, die SP-Chef Alfred Gusenbauers Zentrale regelmäßig mit Kunst
ausstattet, etwa einem Kreisky-Porträt von Sebastien de Ganay. Also Sekt
für alle, ab 19 Uhr. Den alten, mit 70 Quadratmetern zu klein
gewordenen Standort nahe der Seilerstätte, den Steinek 23-jährig
eröffnete, wird ihr Vater Heinrich weiterführen. Als Kunsthandel. Maler
Franz Ringel wird hier die erste Schau bestreiten. Nach 24 Jahren am selben Ort sah Steinek den Wechsel in
die Nachbarschaft der Galerien Meyer Kainer, Martin Janda, Krobath Wimmer
und Mezzanin auch als Anlass, ihr Programm international zu erweitern -
und stellt fast verdutzt fest, dass es vor allem Künstlerinnen sind, die
sie neu aufgenommen hat: die polnische Video-Künstlerin Katarzyna Kozyra
etwa, die bei der letzten Biennale Venedig für Furore sorgte, die
Französin Gina Pane, die Australierin Patricia Piccini. In einer Art
Showroom im hinteren Teil des von Architekt Peter Achhorner neu
definierten 180-Quadratmeter-Raums wird Steinek in Zukunft ihr ganzes
Programm permanent auf Videoschirm vorführen können - eine Art digitales
Lager sozusagen. Das reale, die "Steinek Halle" in der Pramergasse 6 im
9. Bezirk, bleibt bestehen. Und auch ein Einstandsgeschenk hat Steinek schon
erhalten: Das von ihr vertretene Duo Deutschbauer/Spring hat ihr ein
Küchenkastl gestaltet: "Europa" steht darauf geschrieben, auf Kyrillisch.
Durch Steineks Umzug verliert das Konglomerat in der
Seilerstätte eine seiner jüngeren Positionen. Dafür rückt man näher
zusammen - indem der Radius erweitert, Teilnehmer am gemeinsam promoteten
Galerien-Rundgang strenger ausgesiebt werden. Unterm Label "Seilerstätte
Vienna" tritt man am 23. 11. erstmals auf, dabei sind u. a.
Krinzinger, Insam, Curtze, Feichtner und Lang, nicht mehr aber: der
Kunsthandel, so Insam. Neu gewonnen werden konnte Schwarzwälder (Nächst
St. Stephan). Gemeinsam will die "Seilerstätte" Sammler einladen und
Führungen organisieren. sp |
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