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Guy Bourdin im Kunsthaus Wien

27.02.2008 | 14:06 |  (APA)

"Guy Bourdins Fotos markieren einen Paradigmenwechsel in der Modefotografie: von der Eleganz zur Provokation", erklärte der Feuilletonchef des deutschen Modemagazins "Vogue", Bernd Skupin, bei der Pressekonferenz zu Ausstellung "Guy Bourdin - A Message For You" im Kunsthaus Wien. Von Donnerstag bis zum 22. Juni sind die Bilder, in denen "Schrecken und Chic nicht mehr zu trennen" sind, zu sehen.

"Vieles von dem was wir hier sehen, kommt uns bekannt vor, es sind Ikonen, die von der Werbefotografie bis heute imitiert werden", sagte der neue Kunsthaus-Direktor Franz Patay. Skupin erklärte, warum: "Seit Bourdin gibt es in der Modefotografie nichts wirklich Neues mehr."

Der 1928 geborene Pariser, der eigentlich mit Zeichnung und Malerei begonnen hatte, sorgte schon mit seinen frühesten Arbeiten für einen glatten Bruch. Models mit einem eleganten Hut posierte er statt vor dem Eiffelturm vor einer Reihe abgetrennter Kalbsköpfe, statt die Objekte durch Luxus und Ewigkeitswert begehrenswert zu machen, hob er ihre Frivolität, ihre Vergänglichkeit hervor. Spielte mit Machtfantasien, Ängsten und finsterer Erotik.

Eine nackte Frau posiert mit Gasmaske, grelle Farben betonen Lippen, Backenknochen und natürlich Lackschuhe einer nackten Toten. Für eine Werbekampagne von Charles Jordan Schuhe machte der 1991 verstorbene Bourdin den Fetisch zur Tugend und bannte seine Momentaufnahmen von Schuhwerk als Konzentrationspunkt einer surrealen Welt auf das flüchtigste aller Medien - auf eine Seite eines Hochglanzmagazins. "Er hat die Modefotografie beschlagnahmt um seine eigenen Ideen durchzusetzen", so Skupin, "doch diese Ideen waren so verführerisch, dass sie über drei Jahrzehnte dankbar angenommen wurden."

(APA)


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